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Aussergewöhnliche Zusammenarbeit : Künstler in der Großbäckerei

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Ungewöhnliches Projekt in der Glückstädter Bäckerei Moin: Künstlerkollektiv „Der 6te Lachs“ sorgt für kreative und unverstellte Einblicke in das Unternehmen.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 16:00 Uhr

Auf einer Messe haben sie sich kennen gelernt. Aus dem ersten Kontakt wurde ein ungewöhnliches Projekt: Das Ehepaar Mattke, Inhaber der Großbäckerei „Moin Biobackwaren“ hat das Hamburger Künstlerkollektiv „Der 6te Lachs“ eingeladen, zwei Monate in ihrem Unternehmen zu arbeiten und ihre Eindrücke künstlerisch zu verarbeiten. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt.

„Ursprünglich hatten wir die Idee, dass eine Zeitung zum 21-jährigen Bestehen von Moin entstehen sollte“, erklärt Brigitta Sui Dschen Mattke. Bei den Vorbereitungen sei ihr und ihrem Mann dann klar geworden, dass sie sich eigentlich keine solche ‚Auftragsarbeit‘ vorstellten. „Wir wollten das ganze anders angehen und kreative und unverstellte Einblicke in unser Unternehmen gewinnen.“ Aus dieser Überlegung sei die Idee entstanden, die jungen Männer von der „6te Lachs“ für einen Zeitraum von zwei Monaten als „künstlerische Geschäftsführer“ einzustellen.

Drei Künstler bilden das „Kunst- und Designkollektiv“: Geschäftsführer ist Frieder Gööck, der sich künstlerisch mit Webdesign und Filmen beschäftigt. Grafisch arbeitet Jan Rosenstock. Illustrator Benjamin Stemmer zeichnet, ist aber auch der Handwerker des Teams. Illustration, Grafikdesign, Typographie und Medientechnik sind die Schwerpunkte der Arbeiten des Trios. „Wir sind nicht auf eine bestimmte Sparte oder Technik festgelegt. Was wir machen, könnte man als ‚Crossover-Kunst‘ bezeichnen“, erklärt Rosenstock.

Bei „Moin“ nutzen die Hamburger Künstler zunächst die Gelegenheit das Unternehmen „von innen“ gründlich kennenzulernen. „Wir waren unter anderem mit in der Produktion und haben Teig hergestellt.“ Ihre Eindrücke setzten sie künstlerisch um. Hauptarbeit ist neben Zeichnungen und Fotografie-Collagen eine begehbare, rund fünf Meter hohe Holzkonstruktion – der „Adapter“. Die Idee dahinter: „Wir haben festgestellt, dass es hier eine räumliche Lücke zwischen der Geschäftsführung mit großen Ideen und alltäglichen Arbeit zum Beispiel in der Produktion gibt“, erklärt Rosenstock. Diese Lücke soll der Adapter schließen helfen. „Es ist ein künstlicher Raum, der Produktion und Idee verbinden kann“, ergänzt Gööck. „Ein Adapter verbindet zwei Dinge, die sonst nicht zusammenpassen.“

Den künstlerischen Input nun mit Leben zu erfüllen, sei nun Sache aller Moin-Mitarbeiter, sagt Brigitta Sui Dschen Mattke über die Installation, die auch nach Abschluss des Projekte mit den Künstlern auf dem Firmengelände verbleiben wird. „Dieser Raum gehört uns allen. Seine Nutzung muss nicht bei der Geschäftsführung angemeldet werden.“ Man könne damit etwas anfangen, fügt Hans-Paul Mattke hinzu. Sich gegenseitig etwas beizubringen und persönlich hervorzutreten, sei wichtig für ein Unternehmen. „Wenn der Adapter Dinge zusammenbringt, die sonst nicht zusammenpassen, ist das genau richtig.“

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