Verkehr : Immer mehr kaputte Straßen

Bau- und Wegeausschuss-Vorsitzender Harm Schüder deutet auf eine durch Schwertransport geschädigte Deichauffahrt, deren Sanierung allein über 10  000 Euro kosten wird.
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Bau- und Wegeausschuss-Vorsitzender Harm Schüder deutet auf eine durch Schwertransport geschädigte Deichauffahrt, deren Sanierung allein über 10 000 Euro kosten wird.

Neuendorfer Politiker in Sorge wegen Verkehrsbelastung und schwerer Lkw

shz.de von
03. Januar 2015, 08:18 Uhr

Viel Geld hat und wird die Gemeinde Neuendorf in die Sanierung des Straßen- und Wegenetzes stecken. In den Jahren 2012 und 2013 wurden 500  000 Euro im Straßenabschnitt Dünnenreihe ausgegeben, und auch für dieses Jahr stehen 510  000 Euro für den Bauabschnitt Fleien im Gemeindehaushalt. „Das ist sehr viel Geld für uns, und wir sehen uns aufgrund der laufend steigenden Aufwendungen an unserer finanziellen Belastungsgrenze“, so Finanzausschuss-Vorsitzender Wolfgang Jankowski. Um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde auch künftig zu sichern, hat der Gemeinderat jüngst eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern um 15 Prozentpunkte beschlossen.

Während eines Ortstermins erläuterten Jankowski sowie Bau- und Wegeausschuss-Vorsitzender Harm Schüder unserer Zeitung die Probleme der Gemeinde bezüglich des Straßen und Wegenetzes. „Für alle unsere Straßen besteht eine Gewichtsbeschränkung zwischen 3,5 und 8,5 Tonnen. Die tatsächlichen Fahrzeug- beziehungsweise Transportgewichte überschreiten die zulässigen Belastungsgrenzen häufig um ein Vielfaches. Zudem sind die heutigen Fahrzeugabmessungen im Hinblick auf die Breite der Straßen und Wege vielfach schlicht zu breit und zu lang“, erklärte Harm Schüder. Neben dem Fahrzeuggewicht ist auch eine deutlich überhöhte Fahrgeschwindigkeit ein besonderes Ärgernis.

„Die zunehmende allgemeine Verkehrsdichte insbesondere durch den Groß-Lkw-Verkehr und den landwirtschaftlichen Verkehr durch Lohnunternehmen führen zunehmend zu Straßenschäden, die nicht nur auf die Fahrbahndecke beschränkt sind, sondern auch auf den Straßenunterbau und die Entwässerungsleitungen“, führt Wolfgang Jankowski aus.

Insbesondere abgerissene Fahrbahnränder, Längs- und Querrisse sowie Fahrbahnversackungen erforderten nicht nur eine regelmäßige Schwarzdeckenerneuerung, sondern immer häufiger auch eine Grundsanierung des gesamten Straßenkörpers, soweit dieses aufgrund der vielfach durch Wohnbebauung und Entwässerungsgräben beengten Straßenverhältnisse überhaupt möglich sei. Diese zusätzlichen Instandhaltungskosten habe ausschließlich die Gemeinde zu tragen, so Jankowski.

Dass es heute ohne große und schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge und Transport-Lkw kaum mehr geht, wissen die Kommunalpolitiker. Schüder und Jankowski appellieren deshalb an alle Nutzer der Gemeindestraßen, möglichst auf die Einhaltung der Gewichtsbeschränkungen und bei Ausnahmegenehmigungen auf langsameres Fahren zu achten.

Die Gemeindevertretung hat beschlossen, an alle landwirtschaftlichen Betriebe, bekannte Lohnunternehmen und Transporteure einen Brief zu schreiben, in dem auf die Probleme hingewiesen werden. Darin heißt es unter anderem, dass Neuendorf bestrebt sei, die Verkehrssituation für die Anlieger und Nutzer nach Kräften zu verbessern. „Wir können dieses aber nicht allein leisten und sind auf ihre Mitarbeit und ihr Verständnis angewiesen. Das Ziel muss es sein, die Lebensdauer unserer Gemeindestraßen zu verlängern, um dann in größeren Abständen Mittel für die anstehenden Sanierungen bereitstellen zu können“, heißt es.


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