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Mit interaktiver Karte : Glückstadt: Neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge kommt

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Ab dem 25. September sollen 1200 Asylbewerber in der alten Marine-Kaserne aufgenommen werden.

Glückstadt | In einer ehemaligen Kaserne der Marine in Glückstadt will das Land Schleswig-Holstein 1200 Plätze für Flüchtlinge schaffen. Die neue Unterkunft soll bereits am 25. September ihren Betrieb aufnehmen, sagte Steinburgs Landrat Torsten Wendt. Weil die bisherigen Erstaufnahmen überfüllt sind, hatte das Innenministerium Kontakt zu den Eigentümern der leerstehenden Kaserne aufgenommen. Die Räume dort sollen in den kommenden Tagen für die Flüchtlinge hergerichtet werden.

rot = bestehende Erstaufnahmeeinrichtungen, blau= Übergangserstaufnahmeeinrichtungen, gelb = Einrichtungen in Planung

Der Kreis Steinburg hatte bereits am 1. September einen Krisenstab mit allen Fachämtern eingerichtet, die an den Flüchtlingsthemen beteiligt sind. „Dass es so schnell ging, kam dann doch überraschend“, erklärte Wendt. Am Donnerstagabend kam der Anruf vom Landespolizeiamt, dass die Kaserne als Erstaufnahme genutzt werden soll. Am Freitagmorgen saßen Kreisverwaltung, DRK, das Landespolizeiamt und Glückstadts Bürgermeister Gerhard Blasberg bereits zusammen an einem Tisch, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nun gelte es, alle Details zu klären, so Wendt. Unter anderem werde geprüft, ob die medizinische Erstuntersuchung der Flüchtlinge nicht in Neumünster, sondern im Klinikum Itzehoe vorgenommen werden kann. Überlegt werde derzeit auch, im ehemaligen Kastastrophenschutzzentrum in Krempe ein Lager für Sachspenden und eine Annahmestelle einzurichten.

Auch an der Unterbringung der dauerhaft in Glückstadt bleibenden Flüchtlinge wird mit Hochdruck weiter gearbeitet. „Wir suchen nach wie vor dringend Wohnraum“, erklärte Glückstadts Bürgermeister Blasberg. 70 Flüchtlinge sollen bis Ende des Jahres noch untergebracht werden, für das kommende Jahr rechnet er mit 120 weiteren Flüchtlingen.

Fragen und Antworten zur Erstaufnahme von Flüchtlingen:

Wer kommt in die Erstaufnahmeeinrichtungen in SH?

Asylsuchende werden innerhalb Deutschlands nach dem jeweils geltenden Königsteiner Schlüssel gleichmäßig auf die Bundesländer verteilt. Derzeit nimmt Schleswig-Holstein rund 3,3 Prozent aller Menschen, die eine politische Verfolgung geltend machen, auf.

Laut Verzeichnis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge müssen Flüchtlinge aus folgenden Staaten in Schleswig-Holstein aufgenommen werden: Afghanistan, Albanien, Armenien, britisch abhängige Gebiete in Europa, Dominica, Dominikanische Republik, Finnland, Irak, Iran, Japan, Jemen, Kosovo, Mazedonien, Panama, Russische Förderation, Samoa, Serbien, Syrien, Türkei und Uruguay. Neu seit Februar hinzugekommen sind Eritrea und Somalia. Außerdem ist Schleswig-Holstein zuständig für Staatenlose und Flüchtlinge, deren Herkunft unklar ist.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Asylbewerber in SH?

Hauptherkunftsländer in den ersten sechs Monaten von 2015 waren Syrien (2580 Personen - 27,7 Prozent), Albanien (1488 Personen - 16 Prozent) und Kosovo (1018 Personen - 10,9 Prozent).

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in der Erstaufnahme?

Nach Asylantragstellung müssen die Asylsuchenden bis zu drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Hier haben sie eine Residenzpflicht. In den provisorischen Erstaufnahmeeinrichtungen empfiehlt das Innenministerium eine Verweildauer von sechs bis acht Wochen.

Wie werden Flüchtlinge in den Erstaufnahmen betreut?

Zum Betreuungsangebot gehören neben der Unterbringung und Verpflegung der Personen:

  • Beratung
  • Freizeitangebote wie z. B. Sportmöglichkeiten im Kraftraum, Deutschkurse, Frauenkaffee, Teestube, Handarbeitsangebote, Kinderkino
  • Kinderbetreuung
  • Betrieb einer Kleiderkammer
  • medizinische Betreuung

Schulpflichtige Kinder werden von Montag bis Freitag von Lehrern der angegliederten DaZ-Schulen unterrichtet.

Wie geht es mit den Flüchtlingen nach der Erstaufnahme weiter?

Die Flüchtlinge werden dauerhaft untergebracht. Die Kreise und kreisfreien Städte koordinieren die Weiterverteilung an die Gemeinden.

Die Kreise und kreisfreien Städte nehmen die Personen in Anwendung von § 7 Ausländer- und Aufnahmeverordnung (AuslAufnVO) nach folgendem Schlüssel auf:

Kreis Dithmarschen 4,9%
Kreis Herzogtum-Lauenburg 6,3%
Kreis Nordfriesland 5,8%
Kreis Ostholstein 7,2%
Kreis Pinneberg 10,4%
Kreis Plön 4,7%
Kreis Rendsburg-Eckernförde 9,6%
Kreis Schleswig-Flensburg 7,0%
Kreis Segeberg 8,9%
Kreis Steinburg 4,9%
Kreis Stormarn 7,7%
Stadt Flensburg 3,1%
Landeshauptstadt Kiel 8,7%
Hansestadt Lübeck 7,8%
Stadt Neumünster 3,0%
 
   
 
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erstellt am 11.Sep.2015 | 12:51 Uhr

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