Neue Trasse für Baufahrzeuge : Freie Fahrt zum Leuchtturm

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Für den Neubau des so genannten Unterfeuers in Glückstadt entsteht im Deichvorland eine Straße für Baustellenfahrzeuge.

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05. Mai 2018, 08:00 Uhr

Es ist schon ungewöhnlich: Im Neuland wird eine Straße gebaut. Der Grund: Dort gibt es keinen Katastrophenweg. Und schweres Gerät über den Deich zu fahren, ist verboten. Die neue Trasse führt zum dortigen Leuchtturm, dem so genannten Unterfeuer. Und dort wird gebaut.

Wie sein großer Bruder, das Oberfeuer, werde auch der 1937 errichtete kleinere Leuchtturm ersetzt – durch ein neues 21 Meter hohes Bauwerk, erklärt Jürgen Behm, Sachbereichsleiter für Verkehrswesen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) Hamburg.

Die Baufahrzeuge müssen direkt zum Leuchtfeuer fahren können, deshalb wurde die rund ein Kilometer lange Straße angelegt, die von der Bundesstraße 495 abgeht. Da dort weicher Boden ist, werden für die Straße Eisenplatten verwendet. Damit ist das Unterfeuer für die bauausführende Firma Hagemann aus Hamburg gut zu erreichen. Problematisch wird die Verkehrssituation allerdings durch die Staugefahr an der Elbfähre. Bauleiter Henning Kielholz wird deshalb bei jedem Transport in Richtung Unterfeuer an der Baustraßenzufahrt Op de Wurt und an der Kreuzung Am Neuendeich Posten aufstellen. Staut sich der Fähranleger-Verkehr bis zur Kreuzung Neuendeich/Sperforkenweg zurück, werden Baufahrzeuge solange angehalten, bis alle Autos von einer gerade angelegten Elbfähre runter sind. Wer dann noch aus Richtung Kiosk „Happytown“ nachrückt, wird von den Posten vor dem Elbdeich gestoppt, damit Baustellenfahrzeuge freie Fahrt bis zur Baustraße haben.

Das wird im Lauf der kommenden Woche wiederholt der Fall sein. Denn das Bohrgerät, das derzeit noch am Neuendeich eingesetzt ist, wird nach und nach ins Deichvorland gebracht. Am Neuendeich wird ebenfalls ein neuer Leuchtturm, das Oberfeuer, gebaut. „Das alte Unterfeuer wird auch erst nach Fertigstellung des neuen Leuchtfeuers abgerissen“, erklärt Behm. Grund: Der neue Leuchtturm wird höher als sein Vorgänger. Deshalb kann das alte Unterfeuer solange Schiffen auf der Elbe weiterhin den Weg weisen, bis das neue rot-weiße Bauwerk Ende August oder Anfang September steht.

Ein provisorisches Ersatz-Leuchtfeuer braucht – im Gegensatz zur Oberfeuer-Baustelle am Neuendeich – nicht gebaut werden. Die Arbeiten am Leuchtturmbau am Neuendeich verlaufen weitgehend planmäßig, sagt Jürgen Behm. Die Gründungsarbeiten zur Herstellung der Bohrpfähle werden in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Die Pfähle müssen erst aushärten, bevor der Bau des neuen 42 Meter hohen Leuchtturmes beginnt. Zudem wird die Belastungsfähigkeit der Pfähle geprüft, dann wird auf diese eine Fundamentplatte gegossen. Darauf wird im Lauf des Sommers der untere Sockel gefertigt. „Auf diesen Sockel werden dann die einzelnen bereits fertigen Elemente des neuen Oberfeuers draufgesetzt“, sagt Behm. In in zwei bis drei Tagen soll das mit Hilfe eines Kranwagens geschehen, erklärt der WSV-Bereichsleiter.

Die Bausegmente aus Stahl werden bei einem Stahlbauunternehmen in Magdeburg hergestellt, dann mit fertiger Farbbeschichtung nach Glückstadt gebracht und dort vor Ort montiert.

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