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Erneuerbare Energien : Aushängeschild aus 230 Tonnen Stahl

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tag der offenen Tür im Bahrenflether-Bürger-Windpark: Stahlbauer Butzkies präsentiert neuartige Masten für Windräder.

„Wir sind eine Gemeinde mit einer positiven Einstellung zu innovativen Ideen“, stellte Bürgermeister Harm Früchtenicht klar. In seiner Gemeinde Bahrenfleth wurde der erste Bürger-Windpark mit drei Gittermastturm-Anlagen eröffnet. Im Rahmen eines Tag der offenen Tür erläuterten Klaus Strüven, Geschäftsführer der Bahrenflether Energie GmbH, und Detlef Bengs, Projektleiter der Firma Butzkies Stahlbau Krempe, das Vorhaben.

Vorweg betonte Klaus Strüven die gute Zusammenarbeit der Gesellschafter untereinander und mit den Bürgern, Banken und beteiligten Firmen. „Die Anlagen sind ein Aushängeschild für die Firma Butzkies und ein Gewinn für die Gemeinde“, so Strüven. „Es gab viele Schwierigkeiten zu überwinden“, erklärte Detlef Bengs. Die Planungen haben bereits vor fünf Jahren begonnen und man habe sich vieles einfacher vorgestellt. „Schon die Standortsuche gestaltete sich schwieriger als gedacht“, so Bengs. Für den Prototypen der Gittermastanlage hatte man mit der Gemeinde Neuenbrook einen guten Partner gefunden. Die dort gewonnenen Erfahrungen sind der Bahrenflether Anlage zu Gute gekommen.

Zuvor mussten viele Komponenten neu konzipiert und getestet werden. Mit dem Fraunhofer Institut Rostock wurden neue Schließringbolzen entwickelt, die in Verbindung mit stabilen Stabprofilen jetzt die wartungsfreien Gittermasttürme ergeben. Die Türme sind speziell für Höhen über 100 Meter konstruiert und bieten eine hohe Stabilität und Standfestigkeit. Die Bahrenflether Anlagen haben eine Nabenhöhe von 100 Metern, in denen 230 Tonnen Stahl verbaut sind. Die Gesamthöhe beträgt 150, der Rotordurchmesser 100 Meter. Auf den neuentwickelten Gittermasten sind Vensys 100-Turbinen montiert, die pro Anlage 2,5 MW Leistung liefern.

„Durch die schnelleren Windgeschwindigkeiten in der Höhe sind diese Anlagen wesentlich wirtschaftlicher, als kleinere“, sagt Klaus Strüven. Die verbauten Stahlplatten und Träger waren in der Werkstatt vorgefertigt und –gebohrt worden, um dann vor Ort zusammengesetzt zu werden. „Es hat alles genau gepasst“, ist Strüven von der exakten Arbeit fasziniert. „Je höher der Turm, je effektiver die Stromausbeute“, fasst Kay Butzkies-Schiemann zusammen. Der Geschäftsführer der Stahlbaufirma sieht die Gittertürme als Weg zur Sicherung von Standort und Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes. Ein großer Vorteil gegenüber den sonst üblichen Rohrtürmen ist der leichtere Transport. „Rohrsegmente nehmen viel Platz ein und sind sehr schwer, die Gittertürme können zerlegt kostengünstig in Containern verfrachtet werden“, erklärt der Experte. „Die Planung und Fertigung der Gittertürme war sehr beeindruckend, wir können stolz auf diese Leistung sein“, bezog Harm Früchtenicht Stellung für den Windpark. „Zu so einem ungewöhnlichen Projekt gehört die Risikobereitschaft der Bauherren und die Akzeptanz der Bevölkerung.“ Es handelt sich hier um eine Testanlage mit einer Laufzeit von zehn Jahren und Früchtenicht hofft, dass es danach weiter geht. „Windenergie ist die Energie der Zukunft.“

Diesen Standpunkt vertreten auch Bernd Voß, Mitglied im Landtag, und Heinz Seppmann, stellvertretender Landrat. „Wer vernünftig denkt, kann so etwas nicht wieder abbauen“, sagte Seppmann und gratulierte allen Beteiligten zur fast stillen und unbemerkten Umsetzung des Projektes. „Wenn die Region das nicht gewollt hätte, hätten wir das nicht geschafft“, dankte Detlef Bengs den Verwaltungen von Amt, Kreis und Land für ihre Unterstützung.

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