Glückstadt : Ärger um Baubeginn

Die Frage nach dem Baubeginn auf dem Glückstädter Marktplatz ist offen.
Die Frage nach dem Baubeginn auf dem Glückstädter Marktplatz ist offen.

Wegen zu erwartender Kostensteigerung könnte der Start der Umgestaltung des Marktplatzes um ein Jahr auf 2019 verschoben werden.

von
02. Juni 2018, 08:10 Uhr

In dieser Woche kam die gute Nachricht aus Kiel: Das Innenministerium steuert 624 000 Euro für einen neuen Marktplatz bei. Die schlechte Nachricht allerdings ließ nicht lange auf sich warten: Die Firmen, die den Marktplatz neu herrichten könnten, wollen mehr Geld als die Verantwortlichen eingeplant haben. Die Stadt hatte rund 715 000 Euro veranschlagt – plus zehn Prozent eventuelle Mehrkosten. Jetzt stehen 13 Prozent höhere Kosten im Raum. Die Stadtpolitiker sind uneins, wie es weitergehen soll.

Somit ist unklar, ob der Marktplatz noch in diesem Jahr neu gestaltet wird. Denn die Politik hatte einen selbstbindenden Beschluss gefasst: Liegen die Kosten höher als zehn Prozent, kommt das Angebot nicht in Frage. Am Montag treffen sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU, BfG, SPD, Grüne und FDP im Rathaus mit Bürgermeisterin Manja Biel, um über das Thema zu sprechen. Dann geht es um die Frage, ob in diesem Jahr gebaut werden sollte oder nicht. „Die Stadt prüft die Aufhebung der Ausschreibung“, sagt Bürgermeisterin Manja Biel. Im Herbst könnte dann neu ausgeschrieben werden – mit dem Ziel, am 1. August 2019 mit den Arbeiten zu beginnen.

„Wir beraten noch“, sagt Krafft-Erik Rohleder, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wir werden uns am Montagabend dazu äußern.“ Die Verwaltung habe alle gebeten, bis zum 4. Juni eine Stellungnahme abzugeben. „Gegebenenfalls müssen wir überlegen, ob wir den Beschluss vom Hauptausschuss aufheben wollen.“

Die BfG (Bürger für Glückstadt) will dem Vorschlag der Verwaltung, neu auszuschreiben, nicht folgen. Fraktionsvorsitzender Siegfried Hansen: „Wir sprechen uns nachdrücklich dafür aus, die Ausschreibung nicht aufzuheben und trotz der Mehrkosten wie geplant am 1. August dieses Jahres mit den Arbeiten zu beginnen. Dafür wurden alle notwendigen Vorarbeiten getroffen.“ Politik müsse verlässlich sein, betont Hansen. Die Glückstädter könnten nicht ständig vertröstet werden. „Dass es kaum mehr möglich sein soll, einen Marktplatz zeitnah barrierefrei umzubauen, ist niemandem mehr seriös zu vermitteln.“

BfG-Sprecherin Birgit Steup glaubt nicht, dass eine Verschiebung der Ausschreibung zwingend niedrigere Angebote bedeutet. Die Stadtvertretung sollte in ihrer Sitzung am 11. Juni einen neuen Beschluss fassen, so die Stadtvertreterin.

Die Grünen sind für eine zügige Umsetzung, aber nicht um jeden Preis, wie die Ortssprecher Christine Berg und Ramon Arndt mitteilen. „Wir sehen es als notwendig an, Glückstadt für alle Menschen möglichst barrierefrei zu gestalten. Der Marktplatz als zentraler Punkt gehört dazu“, erklärt Berg. „Umfragen haben ergeben, dass eine Mehrheit für die ganzheitliche Umgestaltung ist, und diese Ansicht teilen wir. Aktuell fehlen uns noch einige Details, um abschließend beurteilen zu können, welcher Schritt der beste wäre.“

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Glienke setzt auf eine Entscheidung am 11. Juni. „Dass die Ausschreibung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, ist bedauerlich, kommt aber nicht überraschend“, sagt Glienke. „Die Stadtvertretung hat am 15. März zu diesem Thema einen eindeutigen Beschluss gefasst, das bei einem negativen Ausschreibungsergebnis wieder neue Beratungen erfolgen sollen.“ Die SPD-Fraktion werde am Montag die Frage „Marktplatzumgestaltung 2018 oder 2019“ beraten.

Die FDP tendiert dazu, das Projekt neu auszuschreiben. „Wir haben zu wenige Angebote bekommen“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Ralf Krüger. „Bei einem längeren Zeitraum werden wir mehr Gebote bekommen.“


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen