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Glückstädter Fortuna

17. August 2017 | 15:59 Uhr

16 Millionen Euro für die Landesunterkunft

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Jens Lange (rechts) saniert die ehemalige Marinekaserne, Sönke Krey (links) hilft dabei. Mieter für die kommenden zehn Jahre ist das Land Schleswig-Holstein. Die ersten Gebäude sollen noch vor Silvester bezugsfertig sein.

Rund 16 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt Landesunterkunft. Jens Lange, Besitzer der ehemaligen Marinekaserne, rechnet dabei auch das Grundstück und andere Kosten mit ein. Der Bauunternehmer finanziert alles selbst. Diese Summe ist zum jetzigen Zeitpunkt seine eigene Schätzung, den noch sind die Bauarbeiten der neuen Landesunterkunft für Flüchtlinge nicht abgeschlossen.

Mit solch einer hohen Summe hat er vor einigen Monaten selbst noch nicht gerechnet. Doch vieles ist zusammengekommen. Allein das spülen und filmen von den Leitungen der Regenwasserrohre und Schmutzwasserleitungen habe 40 000 Euro gekostet. 238 neue Fenster schlagen mit rund 130 000 Euro zu Buche.

Viele Firmen haben in den vergangenen Wochen auf dem Gelände gearbeitet und sind auch noch dabei. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Lange. „Vorbehaltlich der Wetterlage sind wir bis auf den Block Berlin im Mai fertig.“ Zwar ist zurzeit geplant den Block Berlin im Herbst fertig zu haben, doch auch hier ist der Bauunternehmer zuversichtlich, das dieser „deutlich eher“ fertig ist. Denn die Handwerker würden systematisch von Block zu Block arbeiten und das gehe zügig voran.

Zurzeit sieht es so aus, dass Silvester zwei Blöcke im vorderen Bereich bezugsfertig sind. „Auch das Torhaus soll dann fertig sein.“ Dort arbeiten schon jetzt Polizeibeamte, Ärzte, Mitarbeiter des DRK und des Landesamtes für Flüchtlinge. Wie berichtet, sind dort allerdings die sanitären Anlagen noch nicht fertig.

Was Jens Lange begeistert: „Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist vorbildlich.“ Er hätte gerade mit einem der Mitarbeiter am Freitagabend nach 20 Uhr noch etwas klären können.

Seit September ist klar: Das Land ist Mieter der neuen Landesunterkunft. Zunächst mussten allerdings Absprachen geklärt werden. Denn Lange hatte einen bestehenden Bebauungsplan – allerdings für ein Gewerbe- und Baugebiet. Für eine Landesunterkunft hätte er normal nur eine Sondergenehmigung von drei Jahren bekommen. Zu wenig angesichts der Investitionen. „Das Innenministerium hat das Verfahren an sich gezogen und mit der Kreisbehörde sowie der Stadt gesprochen.“ Jetzt hat er die Genehmigungen für die Landesunterkunft. „Die Laufzeit von zehn Jahren hat mich erst in die Lage versetzt, die finanziellen dinge festzulegen.“ Er betont aber, dass er dem allgemeinen Baurecht unterliegt. Will er neu bauen oder etwas verändern, muss er weiterhin Bauanträge stellen und die Bauten werden von der Behörde abgenommen.

Ein umfangreiches Projekt waren zum Beispiel Wasserleitungen. Darum hat sich Sönke Krey gekümmert, der mit seinen Firmenmitarbeitern für Jens Lange vieles regelt. „Es gab Dokumente von der Bundeswehr“, sagt Krey. Diese wären sehr hilfreich gewesen. Die Trinkwasserleitungen wurden komplett in „einer klassen Zusammenarbeit“ mit den Glückstädter Stadtwerken verlegt. Auch Gas-Wasser und Strom wurde neu verlegt. „Wir haben alle Leitungen einschließlich für Regenwasser gefilmt“, sagt Krey. Das Regenrückhaltebecken – es stammt noch aus Bundeswehrzeiten – wurde in Ordnung gebracht, die Vorfluter nach Rücksprache mit dem Sielverband ausgebaggert. Und es wurde ein teil der Schmutzwasserleitung in Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung Glückstadt neu verlegt.

Und gestern wurde aus Rücksicht auf die Nachbarn ein Trafohäuschen angefangen zu bauen. Denn die Zwei-Strom-Generatoren, die zum Neuendeich hin stehen, verursachen ein Brummen. „Wie auf einem Containerschiff“ erklärt Sönke Krey. Nachbarn waren zu ihm gekommen – der Unternehmer hat seinen Firmensitz auf dem Kasernengelände – und hatten gefragt, was bezüglich der Geräusche verbessert werden kann. Die Generatoren liefern zurzeit Strom für die Container, in der Flüchtlinge wohnen. Und sie versorgen das große Zelt, in dem gegessen wird, mit Strom. Dieser wird benötigt, um das gelieferte Essen aufwärmen zu können.

Acht Mitarbeiter von Krey – seine Erdbaufirma hat insgesamt 55 Mitarbeiter - arbeiten zurzeit ständig auf dem ehemaligen Kasernengelände. „Wir sind Mädchen für alles“, fasst er zusammen.

Und eines liegt sowohl Krey als auch lange am Herzen: der Dank an die vielen Mitarbeiter der verschiedenen Firmen. Denn beide wissen, dass es in diesen Zeiten nicht einfach ist, Handwerker zu bekommen. „Wir meistern das Projekt gemeinsam“, sagt Krey. „Alles ohne Konflikte. Es funktioniert sehr gut.“ Dies gelte auch für die ersten Gäste, die auf dem Areal leben.

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erstellt am 18.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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