zur Navigation springen

Rieseninvestition : 16 Millionen Euro für die Landesunterkunft

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Jens Lange saniert die ehemalige Kaserne in Glückstadt. Die ersten Gebäude sollen noch vor Silvester bezugsfertig sein.

von
erstellt am 17.Dez.2015 | 18:40 Uhr

Rund 16 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt Landesunterkunft. Jens Lange, Besitzer der ehemaligen Marinekaserne, rechnet dabei auch das Grundstück und andere Kosten mit ein. Der Bauunternehmer finanziert alles selbst. Diese Summe ist zum jetzigen Zeitpunkt seine eigene Schätzung, denn noch sind die Bauarbeiten in der neuen Landesunterkunft für Flüchtlinge nicht abgeschlossen.

Mit solch einer hohen Summe hat er vor einigen Monaten selbst noch nicht gerechnet. Bereits im Frühjahr hatte er dem Land das Areal für eine Landesunterkunft angeboten, doch das zuständige Ministerium zeigte erst im September Interesse. Dann ging alles ganz schnell. Auch die Pläne für den Ausbau weiteten sich in den Wochen danach aus. Ursprünglich hatte Lange einen Bebauungsplan für ein Gewerbe- und ein Wohngebiet. Da die Politik ihm aber verweigerte, einen Aldi-Markt 200 Quadratmeter größer zu bauen als geplant, lagen diese Pläne zunächst auf Eis. Bis er sich in diesem Jahr umentschied und somit jetzt das Land Schleswig-Holstein Mieter ist.

Was Jens Lange begeistert: „Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist vorbildlich.“ Er habe mit einem der Mitarbeiter noch am Freitagabend nach 20 Uhr etwas klären können. Viele Firmen haben in den vergangenen Wochen auf dem Gelände gearbeitet und sind auch noch dabei, die neuen Blöcke sowie das Torhaus zu renovieren. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Lange. „Vorbehaltlich der Wetterlage sind wir bis auf den Block Berlin im Mai fertig.“ Dieser galt zu Bundeswehrzeiten als abgängig und wurde entgegen der anderen Gebäude im Jahr 2000 auch nicht saniert. Geplant ist, den Block Berlin im Herbst bezugsfertig zu haben. Doch der Bauunternehmer ist zuversichtlich, dass dies „deutlich eher“ geschafft wird. Denn die Handwerker arbeiteten systematisch von Block zu Block, und das gehe zügig voran.

Zurzeit sieht es so aus, dass Silvester zwei ehemalige Mannschaftsunterkünfte der Soldaten im vorderen Bereich bezogen werden können. „Auch das Torhaus soll dann fertig sein.“ Dort arbeiten schon jetzt Polizeibeamte, Ärzte, Mitarbeiter des DRK und des Landesamtes für Flüchtlinge. Wie berichtet, sind dort die sanitären Anlagen noch nicht hergestellt.

Es gab auch formale Dinge zu regeln. Da Lange nur einen Bebauungsplan für ein Gewerbe- und Baugebiet hatte, war eine Umwidmung erforderlich. Für eine Landesunterkunft hätte er nur eine Sondergenehmigung von drei Jahren bekommen. Zu wenig angesichts der Investitionen. „Das Innenministerium hat das Verfahren an sich gezogen und mit der Kreisbehörde sowie der Stadt gesprochen. Für eine Laufzeit von zehn Jahren zu vermieten, hat mich erst in die Lage versetzt, die finanziellen Dinge festzulegen.“ Er betont aber, dass er dem allgemeinen Baurecht unterliegt. Will er neu bauen oder etwas verändern, muss er weiterhin Bauanträge stellen, und die Bauten werden von der Behörde abgenommen. Ihm zur Seite steht bei allem der Tiefbauunternehmer Sönke Krey, der seinen Betrieb noch auf dem Areal hat. Acht der 55 Mitarbeiter von Krey arbeiten zurzeit ständig auf dem ehemaligen Kasernengelände. „Wir sind Mädchen für alles“, meint er.

Eines liegt sowohl Krey als auch Lange am Herzen: der Dank an die vielen Mitarbeiter der verschiedenen Firmen. Denn beide wissen, dass es in diesen Zeiten nicht einfach ist, Handwerker zu bekommen. „Wir meistern das Projekt gemeinsam“, sagt Krey. „Alles ohne Konflikte. Es funktioniert sehr gut.“ Dies gelte auch für die ersten Gäste, die auf dem Areal leben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen