Pflegenotstand in Krankenhäusern : Gewerkschaft fordert mehr Zeit fürs Händedesinfizieren

Allein in der EU sterben geschätzt jährlich etwa 25.000 Menschen wegen einer Infektion mit Erregern, gegen die Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken.
Allein in der EU sterben geschätzt jährlich etwa 25.000 Menschen wegen einer Infektion mit Erregern, gegen die Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken.

Den Krankenhäusern fehlt es an Personal. Verdi macht mit einem Aktionstag in Hamburg und SH auf die Probleme aufmerksam.

shz.de von
12. September 2017, 16:52 Uhr

Kiel/Hamburg | Mit einem bundesweiten Aktionstag hat die Gewerkschaft Verdi den Pflegenotstand in Krankenhäusern in den Fokus gerückt. In Krankenhäusern auch in Hamburg und Schleswig-Holstein forderten Stationsteams die Zeit ein, um sich ordnungsgemäß die Hände nach jedem Patientenkontakt zu desinfizieren. Laut Verdi würde dies pro Schicht bis zu zwei Stunden dauern. Hierfür fehle aber wegen der dünnen Personaldecke die Zeit. Der Aktionstag habe in Krankenhäusern in Hamburg und in Kiel schon kurz nach dem Beginn abgebrochen werden müssen, um die Patienten zu versorgen. Die Arbeitgeber hätten kein oder nicht hinreichendes Ersatzpersonal vorgehalten.

Bundesweit müsste es nach einer Verdi-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte. In Hamburg fehlen 4200 Stellen und in Schleswig-Holstein etwa 6000, so die Gewerkschaft.

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