Fachhochschule Flensburg : Zwölftklässler üben den genetischen Fingerabdruck

Arbeit im Labor: Tobias Runge (links) und Sven Gebhardt üben den Umgang mit der Mikro-Pipette.
Arbeit im Labor: Tobias Runge (links) und Sven Gebhardt üben den Umgang mit der Mikro-Pipette.

Ferienkurs über Grundlagen der Biotechnologie an der Fachhochschule.

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18. Juli 2014, 07:26 Uhr

Wo Lachs draufsteht, ist nicht immer Lachs drin – sondern in Einzelfällen auch ein Fisch von geringerem Wert. „Betrugsfälle dieser Art nehmen zu“, sagt Karsten Bornemann von der Fachhochschule (FH) Flensburg. Anhand der Gensequenz könne festgestellt werden, um welche Fischart es sich tatsächlich handele. Wie dies geht, das hat der Schülerlabor-Koordinator der FH elf naturwissenschaftlich interessierten Schülern gezeigt. Die Fisch-Untersuchung war Teil eines dreitägigen Ferienkurses über Grundlagen der Biotechnologie, an dem die Zwölftklässler teilnahmen.

Für den Fisch-Versuch entnahmen sie Fleisch-Proben und stellten anhand der DNA fest, um was für ein Lebewesen es sich handelte. Das beruhigende Ergebnis: Alles Fisch. Aber handelt es sich auch tatsächlich um die jeweils angegebe Art? Um dies herauszufinden, schickten Karsten Bornemann und die Schüler die Proben an ein Labor. „Mit unseren Möglichkeiten in der FH können wir das nicht herausfinden.“ Die Ergebnisse liegen Bornemann und den Schülern bislang noch nicht vor.

Weniger spektakulär, aber dennoch lehrreich war der Umgang mit den Mikro-Pipetten. Daran bestand für Sven Gebhardt kein Zweifel. „Das war sehr spannend, denn in der Schule kommen immer nur Einweg-Pipetten zum Einsatz.“ Nach dem Abitur will der 19-jährige Flensburger gern Biotechnologie studieren – womöglich an der Flensburger FH. Darin hat ihn der dreitägige Ferienkurs bestärkt. „Ich arbeite gern im Labor, daher hat sich die Teilnahme auf alle Fälle gelohnt.“

In dem Punkt stimmt ihm Tobias Runge zu. Der 17-jährige Harrisleer sagt: „Schön, dass wir mal etwas Praktisches machen durften.“ So lernten die Schüler in den drei Tagen auch, wie sie anhand eines genetischen Fingerabdrucks vom Tatort eines Verbrechens durch Abgleich mit Straftäter-DNA aus einer Datenbank feststellen können, ob eine Übereinstimmung vorliegt. „Solche Verfahren kommen in der Kriminalistik zum Einsatz“, berichtet Bornemann.

Er zeigte den Schülern zudem, wie sie einen Abriss ihrer eigenen DNA begutachten können. „Sie haben mit einer Kochsalzlösung ihren Mund gespült, in ein Reagenzglas gespuckt, Lysepuffer und das Enzym Protease zur Auflösung von Zellmembran und Proteinen gegeben.“ Anschließend kam noch eine Alkohollösung hinzu. Nun war die DNA herausgetrennt und gut sichtbar im Reagenzglas.

„Eine klasse Sache“, sagt Sven Gebhardt. Das fanden auch die übrigen Zwölftklässler. Darüber wiederum freut sich Karsten Bornemann. Denn wenn es nach ihm geht, wird der Ferienkurs im kommenden Sommer erneut angeboten.

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