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Musicals in Weiche : Zwischen Tanzrausch und Lampenfieber

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unesco-Grundschule in Flensburg-Weiche führt „World of Musical“ mit über 200 Mitwirkenden auf

Frenetischer Jubel in der bis auf den letzten Quadratzentimeter besetzten Turnhalle der Unesco-Schule. 196 Schüler haben soeben ein atemberaubendes musikalisches Potpourri abgeliefert. Bei den letzten Klängen zum „Phantom der Oper“ sind alle Darsteller in ihrer ganzen Pracht zu sehen – mit den obligatorischen Masken, die Mädchen im weißen Outfit oder schwarzen Glitzerkleid, die Jungs ganz in schwarz mit weißen Handschuhen und langen Kerzen, selbst Faschingskostüme sind im Einsatz – und niemand kommt ohne Zugabe davon.

Die tolle Aufführung gestern ist nicht dem Zufall geschuldet, sondern Ergebnis harter Arbeit. Die Schulleitung hat sich bereits seit einem Jahr mit der Idee beschäftigt. Konrektorin Stefanie Fischer war seinerzeit auf das Projekt „Jumotis“ aufmerksam geworden, bei dem unter professioneller Anleitung eine Woche lang getanzt wird, bis die Wände wackeln. Dahinter stecken Tanzpädagogin Julia Thurm und Grundschullehrerin Mona Stelzner, die mit „Jumotis“ schon an gut 50 Schulen in Schleswig-Holstein und Hamburg Station gemacht und zuletzt im März an der Hohlwegschule erfolgreiche Arbeit geleistet haben. Anfragen gibt es sogar aus dem Ausland, etwa aus Dänemark oder der Schweiz.

Die Schule in Flensburg-Weiche hatte sich das Motto „World of Musical“ ausgesucht. Ein bunter Reigen von Melodien aus König der Löwen, Tarzan, Sister Act oder Mary Poppins. Geprobt wurde erst seit Montag dieser Woche. Doch damit nicht genug: Es mussten Requisiten gefertigt werden, Stühle und Teppiche geschleppt, Spenden eingeworben worden. Zur Finanzierung trugen ein Lauftag bei, der etwa 4000 Euro seitens der Eltern erbrachte, eine Verlosung des Fördervereins sowie großzügige Zuwendungen vom Kinder- und Jugendbüro, von Privat- und Geschäftsleuten. „Der ganze Stadtteil stand hinter dem Projekt“, sagt Schulleiter Gerhard Fenger begeistert. Auch Julia (8) hat’s gefallen: „Aber man musste sich gut konzentrieren und immer nach vorn schauen“, sagt die Drittklässlerin. Aufregung und Lampenfieber waren greifbar nah. Und der neunjährige Nicolas wird jetzt von einem Ohrwurm auf Schritt und Tritt begleitet: „Mamma Mia“ von Abba.

Aber nicht nur die von Tanztrainern angeleiteten Schüler waren auf der Bühne zu bewundern, auch die Lehrer mussten ran. Sie bewegten sich mehr oder minder gekonnt zu Klängen von Udo Lindenberg: „Hinterm Horizont geht’s weiter“ oder mit rasantem Tempo im „Sonderzug nach Pankow“. Keiner drückte sich vor der Präsentation. Selbst die die Schulbegleiter und Sozialarbeiter legten eine flotte Sohle aufs Parkett – Hausmeister inklusive.

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erstellt am 19.Mai.2017 | 05:48 Uhr

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