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Welt-Suizidpräventionstag : Zwischen Sterbenswunsch und Leben als Geschenk

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Verein Lichtblick lädt ins Haus Pniel zur Diskussion und Information am Welt-Suizidpräventionstag ein.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Grundsätzlich sei richtig, was Thomas von Aquin sagte: Das Leben sei ein Geschenk. Doch werde die Fragestellung nach Hilfe, das Leben zu beenden, von Patienten fast täglich an ihn herangetragen, sagt Martin Mommsen von Geisau. Dies sei in dieser Weise vor zehn Jahren noch nicht so präsent gewesen. „Man spürt dieses Dilemma“, sagt der Leiter der Seelsorge, sozialen Dienste und Psychoonkologie am St. Franziskus.

„Wer kann helfen, wenn man nicht mehr helfen kann? Suizidgedanken in der Nähe lebensverkürzender Erkrankungen“ heißt sein Vortrag am Donnerstag, 10. September, im Haus Pniel (Duburger Straße. Von Geisaus Diskussionsanstoß ist Teil des Flensburger Beitrags zum Welt-Suizid-Präventionstag. Veranstalter ist das Team des Vereins Lichtblick, der Menschen in akuten Lebenskrisen sofort beisteht. Schirmherrin ist die Stadt Flensburg.

Verena Balve, Vorsitzende von Lichtblick, wird nach etwas Musik des Duos Moin-Mojn und Grußworten einen Einblick in den Verein geben. Dem folgt ein ebenso kurzer Beitrag von Dr. Peter Lorenzen über die Life-Stiftung.

Mit seinem Vortrag ab 11.15 Uhr möchte Martin Mommsen von Geisau für die Fragestellung im klinischen Kontext sensibilisieren. Zunächst werde er auf die juristische Unterscheidung zwischen dem Paragraphen 216 des Strafgesetzbuchs, der Tötung auf Verlangen, und der Beihilfe zum Suizid eingehen sowie auf die Rollen, die Arzt und Patient dabei spielen. Eine Reihe von anonymen Patientenbeispielen werden die Dilemmata verdeutlichen, die Widersprüche in der Debatte aufzeigen. Der Vorsitzende des klinischen Ethik-Kommittees nennt das Ethos des Arztes und der Pflege als Aspekt, das angegriffen werde, beschreibt, wie sich Personalressourcen im Krankenhaus verringert haben und der Zeitdruck wächst. „Wie können wir dort Freiräume schaffen, so dass Konfliktgespräche möglich sind“, fragt er. Vom Kinderwunsch bis zur ästhetischen Chirurgie: „Wir haben in allen Bereichen eine Wunsch erfüllende Medizin“, sagt von Geisau und fordert für die Zukunft: „Die Entscheidung muss weiterhin eine Gewissensentscheidung bleiben und keine abrechenbare werden.“

Nach einem weiteren Musikbeitrag um 12 Uhr wird die öffentliche Diskussion eröffnet.


Welt-Suizid-Präventionstag: 10. September, 10.30 bis 12.30 Uhr, im Haus Pniel. Moderation Dr. Frank Helmig, Diako-Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

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