Neue Ausstellung : Zwischen Hafen und Gartenstraße

Geisterstadt hat Sybille Fieber diese Impression von der nächtlichen Schiffbrücke genannt.
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Geisterstadt hat Sybille Fieber diese Impression von der nächtlichen Schiffbrücke genannt.

Im Schifffahrtsmuseum ist ab sofort die Ausstellung „AnsichtsSachen“ mit Fotos aus dem Flensburger Norden zu sehen

shz.de von
16. Oktober 2013, 11:59 Uhr

Der Blick durch die zerbrochene Fensterscheibe eines Gebäudes im sanierungsbedürftigen Stadtteil Neustadt zeigt die sanierte Walzenmühle. Verfall und Fortschritt gleichermaßen symbolisiert dieses Foto von Christoph Dittert, das ab heute im Schifffahrtsmuseum zu sehen ist. Bereits zum dritten Mal findet unter dem Titel „AnsichtsSachen“ eine Fotoausstellung des Medienprojektes Flensburger Norden statt. In Zusammenarbeit mit dem Verein Kunst- und Kulturbaustelle 8001 und dem Flensburger Schifffahrtsmuseum als Ausstellungsort soll an den Erfolg der vorherigen Ausstellungen im KKI-Laboratorium angeknüpft werden.

Ab heute werden Motive ortsansässiger Fotografen präsentiert, die den Flensburger Norden aus unterschiedlichen Sichtweisen zeigen und den Betrachter auf eine visuelle Erkundung durch den Stadtteil entführen. Die verschiedenen bildlich dokumentierten Ein- und Ausblicke in den Stadtteil hinter dem Nordertor zeigen verschiedene Themen, bei denen Armut und Migration sowie Zerfall und Wandel eine zentrale Rolle spielen. Somit werden gute sowie schlechte Seiten des Stadtteils deutlich. Die Ausstellung lässt keine Wünsche offen und ist nicht nur reich an Motiven; die Bandbreite der Ausstellungsstücke reicht von klassischer Architektur-, Landschafts-, Porträt- und Aktfotografie über vergleichende Serien bis hin zu Momentaufnahmen und fotografischen Experimenten.

„Der örtliche Bezug, der ganz klar über der Ausstellung steht, soll nicht nur interessierte Touristen in die Räumlichkeiten des Schifffahrtsmuseum locken, sonder besonders auch die Flensburger Bürger ansprechen“, sagt der Museumsleiter Dr. Thomas Overdick. Ihnen werde die vertraute Neustadt aus ganz neuen Blickwinkeln gezeigt, die womöglich das eine oder andere bisher verborgene Detail aufdecken. Für die insgesamt neun Fotografen erzählt jedes ihrer Bilder eine ganz eigene Geschichte, die sie mit dem Stadtteil verbinden. Für den Betrachter bleiben diese Geschichten oft verborgen, doch auch der eigenen Interpretation sind keine Grenzen gesetzt, und besonders Ortsansässige verbinden vielleicht eine ganz eigene Geschichte mit den Darstellungen der vertrauten Neustadt.

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