Baugebiet am Wasserturm : Zweiter Anlauf mit Zweitplatziertem

Gelb-grün wucherts im Volkspark am Wasserturm: Hier sollen bis zu 180 Wohneinheiten entstehen. Foto: Marcus dewanger
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Gelb-grün wucherts im Volkspark am Wasserturm: Hier sollen bis zu 180 Wohneinheiten entstehen. Foto: Marcus dewanger

Ausschuss drückt nach mehr als fünf Jahren Planung nun aufs Tempo - mit dem Vize-Gewinner des Architektenwettbewerbs

shz.de von
27. Juni 2012, 07:00 Uhr

Flensburg | Nicht immer kommt man mit dem Sieger ans Ziel. Diese Erfahrung mussten Stadtplaner und Kommunalpolitiker mit dem Baugebiet am Wasserturm machen. Für den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für die bis zu 180 Wohneinheiten am Volkspark in Fruerlund fand sich kein Investor. Seitdem gilt die preisgekrönte Planung aus Kopenhagen als nicht umsetz ungsfähig, da nicht finanzierbar.

Deshalb machte der Umwelt- und Planungsausschuss der Ratsversammlung gestern Abend den Weg frei für den Vize: Mit zehn gegen zwei Stimmen (je eine von SSW und WiF) wurde die Verwaltung beauftragt, den zweiten Preis, den Entwurf des Hamburger Büros PSP Architekten Ingenieure (siehe Zeichnung), zur Grundlage für die Bauleitplanverfahren zu machen. In diesem Entwurf gebe es nicht nur Festsetzungen zum ökologischen Bauen. Man habe die Möglichkeit, das Vorhaben in drei Bauabschnitte zu unterteilen, es sei ein Wohnmix zwischen Einzelbebauung, Kettenhäusern und Geschosswohnungen vorgesehen, und die Pläne machten eine klare Erschließung möglich, erklärte Planungschef Peter Schroeders: "Der erste Preis mit seiner mäandernden Erschließungsstruktur wurde vom TBZ analysiert und ist kaum realisierbar." Auch sei die Idee des Siegerentwurfs, den Mietern Flächen zu geben, die sie bewirtschaften, ein Grund dafür, warum die Bauträgerschaft Bedenken habe, nach diesen Plänen zu bauen.

Schroeders berichtete, dass eine örtliche Investorengruppe bestehend aus Selbsthilfe-Bauverein (SBV), dem Bauunternehmen Höft und Bauplan Nord bereits auf die Stadt zugekommen sei, um diese Lösung zu realisieren. Wenn die Politik sich für dieses Konsortium entscheide, könne es mit dem Grundstückseigentümer Kontakt aufnehmen.

Darüber ist mit dem 10:2-Votum von gestern allerdings noch nicht entschieden. Denn während die CDU um den neuen Ausschussvorsitzenden Arne Rüstemeier, Grüne und Akopol für eine Vergabe an das Konsortium aus den drei örtlichen Unternehmen plädierten, wollten sich vor allem SSW, SPD und WiF noch nicht auf die Lokalmatadoren festlegen.

Schroeders hob hervor, dass das Ziel sei, das Wasserturm-Areal bereits im kommenden Jahr zu erschließen und zu bebauen: "Wir sind schon seit fünf Jahren mit dem Wasserturm beschäftigt - und wissen, dass wir das Gebiet dringend brauchen."

Glenn Dierking (SSW) erinnerte daran, dass die Stadtplanung aufgefordert worden sei, neben dem zweiten Preis auch den dritten zu untersuchen: "Das haben Sie aber nicht getan." Für die SPD hatte Stephan Kienaß zunächst vorgeschlagen, auf Basis dieser beiden Entwürfe neu auszuschreiben, trug aber später den Beschluss mit: "Wir legen uns ja noch nicht auf den Investor fest." Jörg Pepmeier (Akopol) indes argumentierte pro Investorengruppe: "Die Wertschöpfung von örtlichen Investoren findet hier statt."

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