Sanierung in Flensburg : Zweimal neu – und zweimal alt

Die beiden Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, Nummer 9 und 11 (links), sollen Neubauten weichen, die älteren Häuser 13 und 15 werden erhalten.
Die beiden Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, Nummer 9 und 11 (links), sollen Neubauten weichen, die älteren Häuser 13 und 15 werden erhalten.

Sinnerup will neue Ladenzeile Angelburger Straße mit zwei historischen Häusern und zwei Neubauten bis Herbst 2019 eröffnen.

shz.de von
18. Januar 2018, 06:31 Uhr

Es ist ein Kompromiss, mit dem in der unteren Angelburger Straße offenbar alle Beteiligten gut leben können, und der jetzt mit dänischem Tempo umgesetzt werden soll: „Herr Sinnerup möchte gerne im September/Oktober 2019 die Fläche in Bezug nehmen“, erklärte am Dienstagabend ein Vertreter der beauftragten Baufirma Höft, der die Planungen gemeinsam mit dem Flensburger Architekten Henning Prey vorstellte.

Das Einrichtungshaus Sinnerup hatte nach zehn Jahren in der Galerie die zentrale 2000-Quadratmeter-Fläche verlassen und wartet derzeit mit einem verkleinerten Auftritt auf den Umzug in die Angelburger Straße. Nach dem Zukauf des Hauses Angelburger Straße 9 soll nun mit einer Mischung aus Abriss und Neubau (Häuser Nummer 9 und 11) sowie weitgehender Erhaltung der älteren, unter Denkmalgesichtspunkten wertvollen Gebäude 13 und 15 ein 1400-Quadratmeter-Einrichtungshaus entstehen. Die Häuser 9 und 11 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelten als nicht so bedeutend. Kritische Anmerkungen gab es bei der öffentlichen Anhörung nicht.

Im Gegenteil: „Eigentlich ist es ein Glücksfall, dass die Firma Sinnerup die leidgeprüften Grundstücke übernommen hat“, erklärte Flensburgs erster Denkmalschützer Eiko Wenzel. Komplett erhalten und renoviert würden Haus 13 (Vorderhaus 1701 erbaut) samt des Querspeichers aus dem 18. Jahrhundert und Haus 15, das wertvollste Kulturdenkmal der Zeile, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, das ursprünglich ein kompletter Fachwerkbau gewesen sei. Dazu gehöre ein wiederherstellbarer schöner Fachwerkhof: „Diese Qualität hat die Firma Sinnerup erkannt“, lobte Wenzel. Dazu gehören auch zwei Fachwerkflügel aus dem 18. Jahrhundert. Wenzel deutete an, dass alles derzeit nicht besonders schön erscheint: „Es sieht schlimmer aus, als es ist. Das Vorderhaus ist relativ gut erhalten.“ Dabei handelt es sich um jenes Gebäude, das die Flensburger seit Jahr und Tag mit vorgesetzter Pressspanverschalung sehen müssen.

Der künftige Laden soll sich nicht nur über das Erdgeschoss der vier Gebäude erstrecken, sondern auch über das Obergeschoss von Nummer 9, 11, 13 sowie des Querspeichers. Das heißt, der Laden wird sowohl im Neubau als auch in den historischen Mauern entstehen. „Wir werden große Teil der historischen Konstruktion sichtbar machen“, versprach Architekt Henning Prey. Das Obergeschoss von Haus 15 soll Verwaltungssitz werden und Sozialräume erhalten.

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