Zwei weitere Stuhl-Verbote auf dem Südermarkt

Das Kaffee- und Kuchen-Verbot am Südermarkt hat neue Opfer. Auch Klosterbäcker und Allwöhrden dürfen an Wochenmarkt-Tagen keine Außengastronomie betreiben. Foto: Staudt
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Das Kaffee- und Kuchen-Verbot am Südermarkt hat neue Opfer. Auch Klosterbäcker und Allwöhrden dürfen an Wochenmarkt-Tagen keine Außengastronomie betreiben. Foto: Staudt

Mittwochs und samstags ist Markt auf Flensburgs Südermarkt. Weil es zu voll wird, dürfen nach der Campus-Suite und dem Café K. nun auch Klosterbäcker und Allwöhrden keine Tische und Stühle mehr aufstellen.

shz.de von
11. Juli 2013, 07:42 Uhr

Flensburg | Der Kampf um die gastronomische Besiedelung des Südermarktes geht in eine neue Runde. Bis vor einer Woche war es lediglich der Campus-Suite und dem Café K. untersagt, an Wochenmarkt-Tagen eine Außengastronomie zu betreiben. Dieser überschaubare Kreis ist größer geworden. Jetzt hat es auch den Klosterbäcker und die Bäckerei Allwörden erwischt. Auch sie dürfen auf Anordnung der Stadt mittwochs und sonnabends zwischen 9 und 15 Uhr ab sofort draußen nicht mehr Kaffee und Kuchen servieren. Die Begründung lautet auch in diesen Fällen: Gefährdung der Rettungswege.

Klosterbäcker-Geschäftsführer Thomas Schwarke bleibt - vorerst - nur ungläubiges Kopfschütteln. Das ist nachvollziehbar. Die gefühlte "Ewigkeit" von anderthalb Jahren hat Schwarke um die Lizenz für eine Hand voll Außensitzplätze gekämpft. Parallel dazu liefen der Neubau eines Backbetriebs in Wasserloos und der Umbau des Stammhauses am Südermarkt in ein Café mit angegliedertem Bäckereigeschäft - eine ziemliche Investition für das Flensburger Traditionsunternehmen. Am 27. März 2013 war feierliche Eröffnung.

Gastronom: Falschparker sind das Problem

Seit Donnerstag vergangener Woche ist Schluss. Jedenfalls mit dem Außencafé. Und dem Nachbarn und Mitbewerber Von Allwörden im Eckhaus geht es ebenso. "Wir dürfen nicht nur keine Stühle und Tische herausstellen, wir dürfen nicht mal mehr das nicht genutzte Mobiliar an der Hauswand parken", sagt Schwarke. "Die Stadt fühlte sich anscheinend veranlasst, die Regularien hier für alle etwas straffer zu ziehen. Wir sind alle sehr verwundert."
Wie die bereits zuvor unter die Verwaltungsräder geratenen Betriebe auf der gegenüber liegenden Marktplatz-Seite kann Schwarke keine Beeinträchtigung für eilige Einsatzfahrzeuge erkennen. Dirk Richard Kaczmarczyk vom Café K. sieht die Gefährdung auch weniger durch Tische und Stühle gegeben. Das eigentliche Problem sagt er, seien doch die Falschparker, die zu Marktzeiten regelmäßig anzutreffen sind. Der Zwischenfall jedenfalls, der seitens der Stadt für die Nutzungsuntersagung an den besagten Tagen herangezogen wurde, ist aufgeklärt. Es war kein Cafétischchen, das im Wege stand, es war der zweiachsige Anhänger eines Marktbeschickers, der vorübergehend unauffindbar war. "Und das", sagt Thomas Schwarke, "kann doch wohl nicht sein. Die bekommen die Falschparker nicht in den Griff und wir werden bestraft!"

"Ich diesem Monat kann ich mein Gehalt nicht erwirtschaften"

Kaczmarczyk wirbt zurzeit für eine Allianz. "Wenn sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, muss sich doch eine Lösung finden lassen!" Der Café K.-Betreiber jedenfalls geht nach zwei verlustreichen Markttagen ("In diesem Monat kann ich mein Gehalt schon nicht mehr erwirtschaften") am heutigen Mittwoch wieder in die Offensive. Er hat über seinen Rechtsanwalt Widerspruch gegen den städtischen Bescheid eingelegt und stellt seine Tische und Stühle wieder raus. Auch Schwarke denkt über Rechtsmittel nach. "Für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ist das kontraproduktiv. Ich denke, es ist notwendig, dass man sich gerade macht." An Unterstützung soll es nicht mangeln. Für heute, 12 Uhr, war eine Sympathiekundgebung angekündigt. Mit Klappstühlen. Der Wermutstropfen: Drei Teilnehmer erschienen.
Verwaltungssprecher Thomas Kuchel kommt mit einer guten und einer schlechten Nachricht: "Alle Betriebe arbeiten auf Basis einer Sondernutzungserlaubnis, die von vornherein die Markttage ausschließt", sagt Kuchel. "Wir haben die Außengastronomie bis vor kurzem geduldet, wegen zunehmender Beschwerden setzen wir diese Einschränkung jetzt durch." Die gute Nachricht: Die Stadt wird auf die Betroffenen zugehen und versuchen, gemeinsam mit Feuerwehr, TBZ und Ordnungsamt eine für alle tragfähige Lösung zu finden. Das ist doch ein Wort.

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