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Flensburger Nachrichten : Zwei Torten zum Tageblatt-Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

150 Leser kommen zum Jubiläum mit Kaffee und Kuchen in das Kundencenter an der Nikolaistraße 7

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 08:00 Uhr

Eine Torte muss nicht zwingend rund sein, und manchmal kommt sie auch nicht allein. Das bewies der gestrige Empfang zum 150. Zeitungsgeburtstag des Flensburger Tageblatts in der Nikolaistraße 7. Zwei respektable rechteckige Torten – wahlweise Erdbeere oder Kirsche, kunstvoll garniert mit dem Original-Jubliläumslogo – warteten darauf, um Punkt 14 Uhr angeschnitten zu werden. Diese vornehme Aufgabe teilten sich Verlagsleiterin Britta Pilz und Carlo Jolly, Chef der Flensburger Stadtredaktion, mit großem Geschick.

Das Datum spiegelt ein historisches Datum wider. Denn die erste Ausgabe der „Flensburger Nachrichten“ erschien am 15. Juni 1865, 80 Jahre später erfolgte die Umbenennung in „Flensburger Tageblatt“. Und so drehten sich gestern auch viele Gespräche um die geschichtliche Entwicklung von der Zeit der Zeitungsgründer bis hinein in die Gegenwart. In diesem Zusammenhang dokumentierte unser Leser Joachim Wawretzko schwarz auf weiß, dass sich auch schon vor 150 Jahren der Druckfehlerteufel hinterhältig durch die Seiten schlich. Auf der Titelseite der Erstausgabe nämlich hatte er, der Teufel, den Donnerstag unbemerkt mit einem „n“ zu viel versehen.

Auch für Helga Hellmig ist der 15. Juni keine Tag wie jeder andere. Sie wurde fünf Tage nach der Währungsreform geboren und somit gestern 67 Jahre alt. Zusammen mir ihrem Mann Gunnar (71) ist die Zeitungslektüre nach dem Frühstück für sie ein unverzichtbares Morgenritual. „Das gehört zu unserem Alltag dazu“, sagt Helga Hellmig, „trotz all der modernen Technik“ – ein Plädoyer fürs Papier und Anspielung auf iPad & Co.

Nach einer Stunde bereits hatte Britta Pilz 130 Stück Blechkuchen und Torte über den Tresen gereicht – und trotzdem noch Zeit für einen Smalltalk en passant gefunden. Genauso wie sh:z-Geschäftsführer Christian Arbien, der mit vielen treuen Lesern ins Gespräch kam. „Wir wollen, dass die Leser uns mögen“, sagte Arbien.

Und dafür gab es reichlich Bestätigung. Etwa von Ilse Krappitz, die 1967 von Berlin nach Flensburg kam und stante pede Abonnentin wurde. „Wenn man in Flensburg wohnt“, so ihre Überzeugung, „muss man das Tageblatt lesen. Sie liest, wie viele andere Frauen auch, von hinten – beginnend also mit der Panorama-Seite. Ob das eine erzwungene Reaktion auf den Mann ist, der gewohnheitsmäßig zur ersten Politik-Seite greift, oder ein typisch weibliches Verhaltensmuster, konnte gestern nicht abschließend geklärt werden.

Jedenfalls funktioniert diese Aufteilung glänzend bei Birgit und Dieter Daumann (69). Bei dem Ehepaar aus Alt-Engelsby steckt die Zeitung bereits um 5.45 Uhr im Briefkasten. Und die beiden kommen sich, wenn sie die Zeitung zum Kaffee gemütlich im Bett lesen, nicht ins Gehege. „Darauf freue ich mich jeden Morgen“, sagt Dieter Daumann und legt noch ein Stück Kuchen nach. „So fängt der Tag gut an.“

 

 

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