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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 04:53 Uhr

Zwei Partner mit sechs Netzen

vom

Bessere Abstimmung zwischen Stadtwerken und dem Technischen Betriebszentrum angestrebt / Führungsetage beim TBZ wird neu besetzt

Flensburg | Synergien, engere Abstimmung, Prozessoptimierung. Vertreter der Stadtwerke Flensburg und des Technischen Betriebszentrums (TBZ) waren gestern redlich bemüht, den Eindruck zu zerstreuen, die beiden Stadttöchter seien drauf und dran, sich gegenseitig zu kannibalisieren.

"Auch wenn es kolportiert wird", sagte Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Helgert, "wir werden das TBZ nicht zu Grabe tragen - und die Stadtwerke werden keine Aufgaben an sich reißen." Vielmehr gehe es darum, den Service für den Bürger insgesamt zu verbessern und die Zusammenarbeit der Häuser an der Batterie- und Schleswiger Straße zu intensivieren. Und so war der Ort der Pressekonferenz in den Räumen des TBZ mit Bedacht gewählt worden.

Ein konkretes Zeichen dafür, dass man sich nicht in die Quere kommen will, setzte Maik Render, seit sieben Wochen Geschäftsführer von Stadtwerken und TBZ (kommissarisch) in Personalunion. Er ließ wissen, die Stadtwerke wollten im Gegensatz zum TBZ nun doch kein Angebot für die Abwasserentsorgung Glücksburgs abgeben. "Eine Doppelung der Kompetenz brauchen wir nicht", stellte er klar. Man hoffe nunmehr, Glücksburg werde Flensburg auf diesem Wege den Zuschlag geben. "Wir wollen die Stadt als Konzern voranbringen", betonte Arne Rüstemeier, Vorsitzender des TBZ-Verwaltungsrates.

In diesem Kontext warf er erneut die Frage auf, ob man nicht alle sechs Netze in eine Hand bringen solle. Eine Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an einer Grundsatzentscheidung. Die Stadtwerke (650 Mitarbeiter) sind in Flensburg verantwortlich für Fernwärme, Wasser und Telekommunikation - das TBZ (480 Mitarbeiter) für Abwasser. Bei der Entscheidung: Welche Straße reißen wir wann auf? gab es immer wieder Dissonanzen. Rüstemeier räumte ein, dass die Baustellen-Problematik "dramatisch spürbare" Formen angenommen habe.

Er mahnte zudem ein vernünftiges Berichtswesen an die Adresse des Verwaltungsrates an - das 15-köpfige Gremium hat sich erst Anfang Juli neu konstituiert. "Wir brauchen Ziele, die man messen und beurteilen kann." Die Strategie-Debatte solle, fügte er an, bis Ende September abgeschlossen sein. Die Leitungsebene des TBZ zu stärken, habe Priorität. Eine erste Personalie konnte bereits vermeldet werden. So wechselt zum 1. Oktober Barbara Hartten von Elmhorn an die Förde - als technische Führungskraft des TBZ. Sie könnte in die Rolle des im April ausgeschiedenen Dietmar Drews hineinwachsen. Langfristig soll eine "starke erste Ebene" aufgebaut werden; so will der Dienstleister sein Profil schärfen und die Qualität verbessern.

Derweil versieht Maik Render seinen Doppel-Job mit tatkräftiger Freude, wie er gut gelaunt verkündete. "Es ist nicht einfach, aber es bringt Spaß." Er könne auf ein hochmotiviertes Team zurückgreifen und: "Das operative Geschäft läuft gut." Auch wenn die zweifache Belastung für Render, wie er versichert, kein Problem ist, bleibt seine Aufgabe beim TBZ eine Interimslösung. Daran ließ Arne Rüstemeier keinen Zweifel. An einer Nachfolge werde bereits gebastelt. Rolf Helgert ließ sich gar zu einer Prognose hinreißen: "Nächstes Jahr um diese Zeit wird er kein Geschäftsführer mehr sein." Dann beeilte er sich hinzuzufügen. "Zumindest nicht beim TBZ."

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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