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„The Voice of Germany“ : Zwei Nordlichter wollen an die Spitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Um den Sieg bei der Castingshow „The Voice of Germany“ bewerben sich auch zwei Kandidaten aus Harrislee und Nordfriesland.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 07:50 Uhr

Flensburg | Die Casting- und Musikshow „Voice of Germany“ ist wieder angelaufen. Um den Spitzenplatz in der Popmusik bewerben sich auch zwei Nordlichter: Hafdis Hallgrimsdottir aus dem Raum Leck und Rasmus Hoffmeister aus Harrislee. Morgen (Pro sieben, 20.15 Uhr) und am Freitag (Sat 1, 20.15 Uhr) ist mit anzusehen, ob sich die beiden ihren Platz auf der Karriereleiter sichern können.

Musik liegt ihr im Blut. Mit zwei Jahren stand Hafdis Halgrimsdottir zum ersten Mal mit ihrer Familie auf der Bühne und sang. „Wer bei uns nicht singen kann, spielt ein Instrument, aber Musik machen wir alle“, erzählt sie lachend von ihrer Familie. Vor einem Jahr war sie noch Pausenact einer Band beim Bürgerfest in Leck, jetzt betritt sie die nationale Bühne.

Weil ihr Name selbst in ihrer Heimat Island von Kindern nur schwer ausgesprochen werden kann, wird sie schon seit Jahren statt Hafdis Heidi genannt. Doch trotz dieses Rufnamens und einer Wohnung auf einem Bauernhof in Klixbüll hat die dreifache Mutter so gar nichts von einem Landmädchen.

Im zarten Alter von elf Jahren, als andere Mädchen noch mit Puppen spielten, hatte Hafdis Halgrimsdottir bereits fünf CDs mit Kinderliedern aufgenommen. Als 13-Jährige war sie mehrmals mit ihren fünf Geschwistern und dem Rest der großen Familie, die einen ganzen Gospel-Chor bildet, in die USA gereist, um in Kirchen im Staat Alabama zu singen. Gesangsunterricht hatte sie nur kurz: „Man hat mich nach wenigen Stunden gefragt, was ich noch lernen wolle, was ich nicht schon kann“, erinnert sich die Sängerin.

Die Musik blieb ein ständiger Begleiter in ihrem Leben: „Ich konnte meinen Lebensunterhalt mit dem Singen verdienen“, berichtet die 31-Jährige, die auf Hochzeiten und Beerdigungen sang, in Bars kellnerte und später auch dort regelmäßige Auftritte hatte. Jedes Wochenende stand sie in ihrer Heimatstadt Reykjavik auf einer Bühne.

Während eines Urlaubs lernte sie zufällig Klixbüll kennen und beschloss kurzerhand, umzuziehen. Auf Island, so sagt sie, habe sie sich nie richtig wohlgefühlt, sei immer allein gewesen. In Klixbüll und Umgebung sei sie freundlich aufgenommen worden. Doch der Hauptgrund für den Umzug sei ihr behinderter Sohn, der in der Schule viel besser gefördert wird.

Der zweite, der für den hohen Norden bei The Voice auftritt, ist Rasmus Hoffmeister aus Harrislee bei Flensburg. „Ich bin alles andere als ein Rocker“, sagt der 22-Jährige sofort. Er habe auch kein Kratzen in der Stimme. Erst recht, will Hoffmeister zeigen, was er kann und die Region vertreten. Er würde niemals für immer wegziehen, sagt er, würde anderswo den „Gesang der Möwen“ vermissen. Er liebt die Ruhe und hasst den Stress. Natürlich färbt diese Grundhaltung auf seine Musik ab. Erst vor zwei Jahren habe er versuchsweise die Gitarre seiner Mutter in die Hand genommen und ein paar Akkorde gelernt. Seither schreibe er durchdachte Songs, häufig über Ruhe und Anerkennung. Unter anderem. Auch einmal etwas Lustiges, sagt Hoffmeister und behält damit eine breite Zuhörerschaft im Blick.

Mit dem Griff zur Gitarre hat der Flensburger sein eigenes Vorurteil widerlegt, das er hegte. Gitarristen habe er sich langhaarig und stets in Verbindung mit einem Lagerfeuer vorgestellt; inzwischen will er selbst „die Singer-Songwriter-Schiene einschlagen“. Aber erst nach seinem Studium der Sozialpädagogik in Apenrade, denn er beschreibt sich als jemanden, der Dinge zu Ende bringt. Der Südschleswiger, wie er sich selbst nennt, habe zunächst in Flensburg die Duborg-Skolen besucht, die ihm dann zu voll wurde. So zog Rasmus Hoffmeister nach Dänemark und machte dort sein Abitur.

Der Anruf, auf den die Einladung in die Show folgte, habe ihn im dänischen Sommerhaus der Familie erreicht, erzählt er. Dort musste er mit seinem Mobiltelefon auf ein Feld hinaus laufen, um die frohe Botschaft auch richtig zu verstehen. Ins Studio nach Berlin-Adlershof sei er dann mit Familie im Gefolge gefahren. „Mein großer Bruder ist so stolz wie zehn“, freut sich der kleine Bruder.

Außer den Live-Shows sind die „blind auditions“ zur Findung der Finalisten in den schon abgedreht. Der Harrisleer Kandidat darf nicht verraten, ob und welcher Mentor sich für sein Weiterkommen entschied beim Vorsingen, bei dem die Jury den Kandidaten nicht sieht. Doch lobt der Student die Fürsorge der Crew für die Teilnehmer, die „keine Zeit hatten, sich zu verstellen“. Fürs Vorsingen habe er einen Lieblingssongs ausgewählt – welchen, ist am Freitag zu sehen.

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