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Glücksburg : Zwei Millionen Euro für Turbo-Internet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Glücksburg soll das Breitband bis Ende 2018 ausgebaut sein – Versorgung ist vor allem für touristische Randgebiete wichtig.

Das schnelle Internet kommt auch für Glücksburgs Randgebiete Meierwik, Rüdeheck, Holnis mit Schausende und Bockholm näher. Gestern erhielt die Stadt einen Zuwendungsbescheid aus dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) über knapp zwei Millionen Euro. 53 Prozent davon sind EU-Fördermittel, 22 Prozent kommen vom Land. Der Ausbau zum Turbo-Internet in ganz Glücksburg wird laut Beraterfirma insgesamt gut 2,5 Millionen Euro kosten.

Einen Eigenanteil von rund 634  000 Euro (25 Prozent) muss die Stadt selbst leisten. Das Geld darf laut Absprache mit der Kommunalaufsicht des Kreises Schleswig-Flensburg dem Haushalt entnommen werden. Es gehe um die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt, erläuterte Kristina Franke. Allein die Zahl von 237 Gebäuden oder 474 Anschlüssen lasse noch keinen Rückschluss auf die Notwendigkeit des Breitbandausbaus zu. Doch Glücksburg sei touristische Intensivzone. Gerade die Randgebiete spielten hier eine tragende Rolle, denn dort liegen viele Hotels und Restaurants. Mit derzeit unter 30 Mbits pro Sekunde seien sie unterversorgt und förderungsbedürftig.

Die Bürgermeisterin nennt ortsansässige Firmen, die ebenfalls von dem Ausbau mit Glasfaserkabel abhängen: die AHP, Software-Entwickler im Gebäude der früheren Landfrauenschule sowie die neu angesiedelte Werbeagentur „Frei und Förmlich“ an der Kreuzung Schlossallee/Am Schlosspark. Beide Firmen hätten sich bei ihr über unzureichendes Internet beklagt. Die Firma Ferienwohnungen.de sei leider schon von Rüdeheck nach Wees verzogen. Der Dezernatsleiter Jürgen Wolff aus Kiel gab Franke Recht: „Wir brauchen eine moderne Weiterentwicklung der Wirtschaft und Strukturen im ländlichen Raum“, sagte er bei der Überreichung des 14-seitigen Zuwendungsbescheides.

Auf Anraten der Beratungsfirma Geo Data, deren Arbeit ebenfalls mit Fördermitteln bezahlt wurde, entschied sich die Stadt für ein europaweites Ausschreibungsverfahren. Gesucht werden soll jetzt ein Telekommunikationsanbieter, der das Netz bauen und eine Mindestzeit betreiben soll. Im Gegenzug erhält er die Fördermittel. Das gegenteilige Modell zu dieser sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ ist das Betreibermodell. Hier hätte das Amt eine Betreibergesellschaft gründen und das Netz bauen und verpachten müssen – unwirtschaftlich für Glücksburg, so die Berater.

„Wir werden die Ausschreibung jetzt sofort in Angriff nehmen“, versprach Kristina Franke. Ende 2018 ist voraussichtlich mit dem schnellen Netz überall in Glücksburg zu rechnen.

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