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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 13:00 Uhr

Sieverstedt : Zwei Ämter für den neuen Pastor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ab Mai soll Theo von Fleischbein die Kirchengemeinde Sieverstedt übernehmen – schon jetzt koordiniert er die Notfallseelsorge im Kreis. Bis Freitag können die Gemeindemitglieder Einwände gegen seine Berufung erheben.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Der Kirchengemeinderat hat sich bei drei Bewerbungen um die frei gewordene Pfarrstelle in Sieverstedt mit großer Übereinstimmung für Pastor Theo von Fleischbein entschieden. In einem Vorstellungsgottesdienst stellte er sich jetzt den Gläubigen vor. Nun haben die Sieverstedter Kirchgänger bis Freitag Zeit, Einwände gegen den neuen Pastor schriftlich an den Kirchengemeinderat zu richten – so gibt es das Bewerbungsverfahren vor. Und Pastor Theo von Fleischbein forderte die Gottesdienstbesucher ausdrücklich dazu auf: „Das ist Ihre Chance!“ Dann verriet der 56-Jährige lächelnd: „Auch für mich als reiferer Pastor ist das eine aufregende Situation.“ Selbstbewusst und sympathisch ließ er sich auch von einer kleinen Panne im Gottesdienstablauf nicht aus der Ruhe bringen.

Sollte der Stichtag am Freitag ohne Einwände verstreichen, wird Theo von Fleischbein noch bis Mai Pastor in Wanderup sein. Bis er nach Sieverstedt umzieht, wird Vertretungspastorin Ingeborg Dietz für die Gemeinde da sein. Dann übernähme von Fleischbein die halbe Stelle als Sieverstedter Pfarrer. Pastor Jan Teichmann hatte die Kirchengemeinde nach vier Jahren verlassen und ist seit Januar in Borby (Eckernförde) tätig (wir berichteten).

Von Fleischbein wäre aber nicht nur „der Neue“. Er ist auch einer von etwa 20 Notfallseelsorgern im Kreisgebiet und seit Dezember vergangenen Jahres Koordinator der Kreis-Notfallseelsorge. Von Fleischbein ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

„Für mich ist das Miteinander einer Gemeinde sehr wichtig“, sagte der Pastor während seiner Predigt. „Wir tragen uns gegenseitig. Einfach nur da sein, auch wenn manchmal die Worte fehlen.“ In einer Kirche werde ihm immer wieder bewusst, wie sehr der Glaube tragen könne. „Manchmal denke ich, alles ist gut, und manchmal fühle ich mich von Gott und der Welt verlassen.“ Auch das sind Worte von Fleischbeins während seiner Predigt, die wohl jeder Zuhörer nachempfinden konnte. „Weihnachten sind wir mehr auf Gott eingestellt und fühlen uns geborgen, aber auch Weihnachten ist die Welt nicht in Ordnung“, blickte er nachdenklich auf die Zeit zwischen den Jahren zurück. Während des Gottesdienstes wurden für die vor Kurzem in der Gemeinde Verstorbenen zwei Kerzen entzündet, die auf dem Rand des Taufbeckens bereit standen.

Einer Einladung zum Gespräch, die von Fleischbein vor Beginn des Gottesdienstes aussprach, kamen viele Kirchgänger nach. Und auf die Frage, wie ihm nach 13 Jahren in Wanderup mit der Entscheidung zumute sei, nach Sieverstedt zu wechseln, bekannte er: „Mir blutet das Herz, das sage ich ganz offen. Da sind einige Beziehungen gewachsen, denn ich bringe mich sehr stark ein. Das ist so meine Art.“ Sein nächster Satz klang da schon nach einer freudigeren Aussicht auf das, was ihm die Zukunft verheißt: „Meine 50-Prozent-Stelle als Koordinator der Notfallseelsorge und die 50 Prozent der Pastorenstelle hier in Sieverstedt lassen sich bestens miteinander vereinbaren.“ Mit seiner bisherigen Dreiviertel-Stelle in Wanderup sei dies nicht möglich gewesen.

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