Klima-Sail : "Zuversicht" an der Hafenspitze

Florian Bechtholsheim (gehobene Arme) gibt den Jugendlichen Hinweise zum Anlegen der 'Zuversicht'. Foto: Meissner
Florian Bechtholsheim (gehobene Arme) gibt den Jugendlichen Hinweise zum Anlegen der "Zuversicht". Foto: Meissner

15 Jugendgruppen segeln in diesem Sommer mit dem Traditionssegler über die Ostsee / Jugendliche setzen sich mit Lebensstil auseinander

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26. Juli 2012, 06:25 Uhr

Flensburg | Bei sonnigem Wetter, ruhiger See und wenig Wind machte gestern der Traditionssegler "Zuversicht" an der Hafenspitze fest. 14 Jugendliche aus Süderlügum waren vor einer Woche in Eckernförde an Bord gegangen, um im Rahmen des Projekts "KlimaSail" an Bord zu lernen, wie man gemeinsam klimabewusst leben kann.

Das Projekt wurde von Brot für die Welt, dem Jugendpfarramt Koppelsberg und der Nordkirche ins Leben gerufen und bringt insgesamt 15 Jugendgruppen dieses Jahr auf das Schiff. Die Jugendlichen erleben - meist für eine Woche-, was es heißt, wenn begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen. "Die Teilnehmer sollen sich so mit ihrem Lebensstil auseinander setzen", erklärt Christel Kohnert, Referentin von Brot für die Welt.

Konkret bedeute es, dass sich Gruppen mit ihrer Ernährung beschäftigen und dem Kohlendioxid, das durch bestimmte Essgewohnheiten produziert werde. "Fleisch haut richtig rein", stellen die Jugendlichen bei der Präsentation ihrer Ergebnisse fest. Vor allem Rindfleisch sei ein Klimakiller. Für die Produktion des Fleisches und der Verarbeitung werde weit mehr Kohlendioxid frei gesetzt als für eine kurze Autofahrt. Im Vergleich könne man mit der Energie, die man für die Zubereitung benötigt, die dreifache Menge an Gemüse kochen.

Während der Woche an Bord haben die Schüler auch versucht, den Ausstoß von Kohlendioxid auf andere Weisen zu verringern. "Wir haben Strom gespart, wo wir konnten", sagt Femke Wollesen. Auch der Motor des Schiffes sei so wenig wie möglich genutzt worden. Dieser Einsatz lässt sich an einer geführten Kohlendioxid-Bilanz ablesen: "Wir haben durchschnittlich 4 bis 5 Kilo Kohlendioxid am Tag produziert." Der Durchschnitt an Land liege bei 30 Kilogramm. "So merken die Jugendlichen, welche Energie ihnen hier an Bord umsonst und ohne weitere Abgase zur Verfügung steht", erklärt Hannah Bahr. Zusammen mit Florian Bechtholsheim informiert sie die Gruppe über den Lebensraum Ostsee und sorgt für Diskussionsstoff. "Wir führen mit den Teilnehmern verschiedene Experimente durch, die dazu führen, dass sie sich bewusster mit dem Meer und seinen Problemen auseinander setzen", erklärt die Studentin.

So haben die Schüler während ihrer Fahrt verschiedene Bodenproben des Ostseebodens genommen. "Als wir in Sonderburg waren, haben wir uns die genauer angeschaut und viele kleine Tierchen und Seesterne entdeckt", sagt Moritz Funke. Auch eine Gedankensammlung zu verschiedenen Themen wurde von den Jugendlichen während der Fahrt erarbeitet. Sie haben sich Gedanken über Lösungsansätze zum Thema Klimawandel, Endlagerungen und Zustand der Ostsee gemacht und festgestellt, dass alle Bereiche miteinander verknüpft sind.

Während des einwöchigen Törns ging es von Eckernförde über Lyø, Sonderburg, Egernsund und Glücksburg nach Flensburg. Neben der Beschäftigung mit dem Themenbereich Klima hatten die Jugendlichen genug Zeit für Freizeitaktivitäten. Dabei gab es einen besonderen Höhepunkt: "Als wir im Egernsund lagen, durften wir zur Abkühlung aus den Wanten in die Ostsee springen", sagt Moritz Funk.

Die 14 Schüler sind sich einig, dass die Fahrt mit der "Zuversicht" eine tolle Erfahrung war. "Es war eine gelungene Mischung aus Lernen, Freizeit und Spaß", findet Konrad Voigt. Der Abschied falle allen schwer. Die Hoffnung, dass sie etwas bewegen können, zeigen sie mit einer selbst kreierten Flagge, auf der als Hoffnungssymbol ein rosa Pony abgebildet ist.

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