Zurück vom Kilimandscharo

Pastorin Bettina Sender inmitten von Kindern auf dem Pilgerweg, den die Angeliter mit den Afrikanern von Kirche zu Kirche beschritten haben.  Foto: hbu
Pastorin Bettina Sender inmitten von Kindern auf dem Pilgerweg, den die Angeliter mit den Afrikanern von Kirche zu Kirche beschritten haben. Foto: hbu

shz.de von
23. September 2010, 07:05 Uhr

Oersberg | Wenn sie anderen von ihrer Reise nach Afrika berichten soll, dann wird Toestrups Pastorin Bettina Sender meist gefragt, was sie denn ihren Gastgebern mitgebracht hätte. Natürlich hatte die Delegation aus Angeln, die an den Kilimandscharo gefahren war, ein paar Gastgeschenke dabei. Aber für Sender wie für ihre Mitreisenden ist die mittlerweile neunjährige Partnerschaft von Toestrup mit Mwika alles andere als eine Einbahnstraße. Sie nehmen sehr viel aus Tansania mit und damit seien nicht in erster Linie die kleinen Pakete Hirse gemeint, die die Gastgeberinnen von der Wamahu-Gruppe aus Mwika den Toestruper Frauen mitgegeben haben, damit sie auch in der Heimat den traditionellen Hirsebrei "Ogi" zubereiten können. Es sind die vielfältigen Eindrücke aus einer ganz anderen Welt, die die Angeliter immer noch stark bewegen und die sie nun mit ihrer Gemeinde vor den Toren Kappelns teilen.

"Dort ist nichts selbstverständlich", sagt Pastorin Sender. "Die Afrikaner loben und preisen Gott auch für Dinge, die bei uns zum Alltag gehörten und über die man sich kaum noch Gedanken mache. Dort gehört der Lob des Allmächtigen zu jeder noch so alltäglichen Handlung." Und Silke Niemann aus Schörderup, die ebenfalls mit in Afrika war, ergänzt: "Die Menschen dort sind glücklich, und sie zeigen es gerne." Die dort erlebte Freude und die Dankbarkeit für das durch Gott geschenkte Leben gehört zu den vielen immateriellen Dingen, die die Reisenden mit nach Hause genommen haben.

Für einige von ihnen, die unter Leitung und Übersetzung der ehemaligen Missionare Peter und Hedda Knuth aus Gulde nach Afrika gefahren sind, war es nicht das erste Besuch. Dennoch war es diesmal anders. War vor vier Jahren beim ersten Besuch in Afrika vor allem die Wamahu-Gruppe von derzeit 14 Frauen Hauptansprechpartner der Angeliter, verteilte es sich diesmal verstärkt auch auf andere Gruppen aus der Kirchengemeinde. Denn während bislang die Hilfe für die Waisen in Mwika durch die unabhängige Frauengruppe Wamahu geleistet wurde, hat mittlerweile der Diakonie-Ausschuss der Kirchengemeinde große Teile der Arbeit übernommen.

"Uns ist es immer wichtig, dass wir die Gesichter der Leute dort kennen", sagt Bettina Sender. Es gehe darum zu wissen, wer die Hilfe aus Toestrup bekomme und wer es dann wie verteilt. Schon deshalb sei der persönliche Kontakt von Bedeutung, der außerhalb der Reisen durch regelmäßige Briefe zwischen der Toestruper Kikundi-Gruppe und der Wamahu-Gruppe aufrecht erhalten werde. Dies wird auch so bleiben, schließlich unterstützen die Angeliter auch weiterhin die Arbeit der Frauen, die sich in Mwika insbesondere um die Lebensmittelversorgung der Waisen kümmern.

Neben den Begegnungen im Alltag hatte der Besuch auch ganz besondere Momente. In einem Pilgerweg erkundeten die Toestruper die Kirchen der Umgebung, und das Kinderfest mit 120 Kindern war ebenfalls ein bleibendes Erlebnis: Nach dem Gottesdienst spielten die Toestruper zwei vorher eingeübte Märchen vor. "Damit haben wir uns quasi revanchiert", sagt Bettina Sender. "Als wir vor vier Jahren zum ersten Mal dort waren, haben die Frauen uns mit den Kindern etwas vorgeführt. Jetzt wollten wir uns auch einmal für sie anstrengen."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen