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Musik in Flensburg : Zum Geburtstag Glanzlichter aus Bachs Kantatenwerk

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ovationen für Musiker, Sänger und Dirigent beim Konzert zu Janz’ 70. Geburtstag

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:01 Uhr

In Musikerkreisen ist es guter Brauch, eigene runde Geburtstage mit einem besonderen Konzert angemessen zu begehen. Matthias Janz wurde nun 70 (wir berichteten) – und folglich bat er nach St. Marien seine altbewährten musikalischen Mitstreiter, den Flensburger Bach-Chor, das Bach-Ensemble nebst einer gut aufgelegten Solistenschar zu einem Benefizkonzert mit festlichen Bachkantaten, dessen Erlös dem Förderverein des Flensburger Bach-Chores zugute kam.

Seit Studienzeiten gehörte Bachs Werkkosmos zum Fixpunkt in Matthias Janz’ musikalischem Leben. Kein Wunder also, dass in diesem zu Recht umjubelten Geburtstagskonzert genau die Kantaten musiziert wurden, die den Jubilar zeitlebens begleitet haben. Und so ließ er seinen einmal mehr verjüngten Bachchor schon im Eingangssatz der Kantate „Gott, der Herr ist Sonn und Schild“ sich mit Verve ins hurtige Fugato-Gewoge stürzen und die hell glänzenden Sopranstimmen zur Hörner-Pauken-Grundierung in strahlender Emphase jubilieren.

Ohnehin zeichnet sich dieser Chor durch eine ständig betriebene personelle Erneuerung aus, die ohne denkbare klangliche Brüche immer wieder zu klanglicher Homogenität führt. Im jetzigen Entwicklungsstand scheinen zwar die Frauenstimmen etwas zu dominieren, was Tenöre und Bässe mit unfehlbarer Präzision und markanter Artikulation wettmachen.

Auch im Flensburger Bach-Ensemble sind solche Erneuerungen zu beobachten: Da finden sich neben langjährig bewährten Musikern hie und da neue, junge Gesichter, die dem Klanggeschehen reizvolle Glanzlichter aufsetzen. Was die junge, ständig geforderte Trompetengruppe bei ihren virtuosen und allemal heiklen Partien an Klangreinheit, Präsenz und Präzision zu Wege brachte, war bewundernswert – und forderte die „alten Hasen“ förmlich heraus. Und die ließen sich nicht lumpen und brillierten mit stilistisch eleganten Soli, wie Markus Honegger (Violine) in der virtuosen Tenorarie der Kantate „Bringt dem Herrn Ehre“ BWV 148 oder Stefanie Schrödl (Flöte) mit sanften Kantilenen in „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ BWV 79. Basis dieser Interpretationen war einmal mehr die unerschütterliche Continuogruppe mit Tobias Janz (Orgel) und Andreas Deindörfer (Violoncello), wobei letzterer gewohnt klangschön und sicher seine teilweise haarigen Partien in barocker Dezenz präsentierte.

Und auch das Solistenquartett (allesamt aus der Janz’schen Oratorienklasse hervorgegangen) entzückte mit einer geschlossenen Leistung. Bassist Sönke Tams Freier hat in letzter Zeit vokale Quantensprünge vollbracht, präsentierte sonore Tiefe und wendige Koloraturen, die auch seinem Tenorkollegen Florian Sievers ausnehmend gut gelangen. Sopranistin Dorothee Bienert bezauberte mit silberhellen, wendigen Höhenflügen bei erstaunlich guter Wortbehandlung, während Fiorella Hincapies kerniger, warm fließenden Mezzo deutlich Farbschattierungen hinzugewonnen hat. Das Duett der beiden famos harmonierenden Künstlerinnen in der abschließenden Kantate „Erschallet ihr Lieder“ geriet so zu einem berührenden, musikdramatischen Ereignis! Ovationen – vor allem für den sichtlich gerührten Jubilar!

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