zur Navigation springen

Langballig : Zum Abschied gab es Indianergeheul

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Dietmar Schoen, Leiter der Grundschule Langballig, wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Als Dietmar Schoen 1993 Leiter wurde, befand sich die Grundschule in Langballig an einem Tiefpunkt – mit nur noch 45 Schülern war sie in ihrer Existenz gefährdet. Jetzt geht Schoen in den Ruhestand – und mit aktuell 104 Kindern ist von Schließung keine Rede mehr.

Der zunächst im Rheinland tätige Pädagoge hatte sich nach eigenem Bekunden früh mit alternativen Schulsystemen befasst und diese in seinen ersten Stationen als Lehrer auch angewendet. Überzeugt von den Vorzügen, machte er sich daran, in Langballig das pädagogische System nach Maria Montessori einzuführen. Die Klassenverbände wurden zugunsten jahrgangsübergreifender Lerngruppen aufgelöst. Selbstbestimmtes Lernen mit viel Freiarbeit trat in den Vordergrund.

Bei der Verabschiedungsfeier in der Aula hob Schulrätin Gabriele Wiese hervor, dass die Schule Schoens Handschrift trage: „Bei allen Bemühungen haben Sie stets dafür Sorge getragen, dass sowohl Eltern und Kollegium als auch der Schulträger überzeugt und mitgenommen werden konnten.“ Das erkläre die Erfolgsgeschichte der kleinen Schule.

Amtsvorsteher Peter-Wilhelm Jacobsen erinnerte an die schwierige Zeit Mitte der 1990er Jahre und die Phase der Umstellung. Da mit einem Nachfolger wohl erst Anfang Februar 2018 zu rechnen sei, werde der Munkbraruper Schulleiter Uwe Weidung Langballig kommissarisch mitbetreuen. „Damit ist keine Übernahme verbunden“, trat er Gerüchten entgegen. Die Schule in Langballig bleibe eigenständig und das Konzept unangetastet.

Der Langballiger Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen erwähnte die große Skepsis, auf die der Wechsel der pädagogischen Ausrichtung anfangs gestoßen sei. Der Erfolg habe aber letztlich für sich gesprochen. Für Elternvertreter Malte Bachmann lag Schoens Stärke darin, „dass Sie stets das Kind im Blick haben.“

Lehrerin Karin Sacht dankte ihrem scheidenden Chef im Namen des Kollegiums für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit. Die Flötengruppe und die Bläserklasse umrahmten die Feierstunde. Mit viel Indianergeheul wurde Schoen schließlich in den Ruhestand verabschiedet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen