Flensburg : Zukunft des Bahndamms weiter in der Schwebe

Wenn ihn keiner braucht - wie soll die Zukunft des Bahndammes aussehen, fragt Flensburgs CDU-Vorsitzender Rüstemeier. Foto: Dewanger
Wenn ihn keiner braucht - wie soll die Zukunft des Bahndammes aussehen, fragt Flensburgs CDU-Vorsitzender Rüstemeier. Foto: Dewanger

Die Zukunft des innerstädtischen Bahndamms in Flensburg bleibt ungeklärt. Auch eine zweite Diskussion führte nur zu dem Ergebnis, dass ein Abriss nicht in Frage kommt.

shz.de von
22. Oktober 2012, 08:56 Uhr

Flensburg | Am Ende der CDU-Diskussion über die Zukunft des Bahndammes in Flensburgs Innenstat hatten die Initiatoren zwar noch keine Meinung - aber sie wissen, was sie nicht wollen. "Wir wollen den Bahndamm ja gar nicht abreißen", erklärte der neue Flensburger CDU-Chef Arne Rüstemeier. Ein Ergebnis nach zwei Stunden Diskussion am Donnerstagabend im Restaurant des Deutschen Hauses.
Die Flensburger CDU wollte sich in dieser Veranstaltung sowie der im Mai im Gespräch mit Fachleuten und Bürgern ein Meinungsbild verschaffen, wie über den Bahndamm entschieden werden sollte - abtragen oder erhalten, Radweg oder Schienentrasse?
"Abstraktes Verkehrsinteresse"
Tatsache ist: Niemand braucht mehr diesen Bahndamm. Die Werft nicht für Stahltransporte, das Fahrzeugbau-Unternehmen nicht für seine Lieferungen, die Stadtwerke nicht und auch nicht die Deutsche Bahn. Einziger Verkehr alle zwei Jahre: Museumszüge, die zum Flensburger Festival "Dampf Rundum" auf das Festgelände am Hafen rollen. Obwohl der Damm nicht mehr genutzt wird, haben die Stadtwerke seine Erhaltung vertraglich mit der Deutschen Bahn vereinbart. Dieser Vertrag läuft Ende 2013 aus und wird nicht verlängert werden. Vor eine Stillegung hat der Gesetzgeber allerdings eine Hürde gestellt. Darauf wies Kurt Neumann hin, Mitglied des Planungsausschusses. Verlangt wird, die Strecke zunächst im Bundesanzeiger auszuschreiben und zur Übernahme anzubieten. Dabei genügt es, wenn ein potenzieller Interessent ein "abstraktes Verkehrsinteresse" geltend macht.
Als Erkenntnis aus der Diskussion setzte sich bei etlichen Zuhörern, dass es unvernünftig wäre, Infrastruktur aufzugeben, die nicht mehr mit überschaubarem Aufwand wiederherzustellen ist. Eine Möglichkeit der Erhaltung wäre der Abschluss eines Trassen-Sicherungsvertrages, wie ihn das Land mit der DB für die Strecke Flensburg-Niebüll abgeschlossen hat. Dafür, dass die Gleistrasse erhalten bleibt, zahlt das Land an die Bahn.
Keine detaillierten Lösungen für Bahnhof am ZOB
Ein Sprecher der landesweiten Verkehrs-Servicegesellschaft stellte klar, dass neue Bahnprojekte, wenn man sich auf sie einigen könne, in vollem Umfang von Bund und Land finanziert werden. Die Stadt habe nur für das Umfeld zu sorgen. Maßnahmen dafür seien zu 75 Prozent zuschussfähig.
Detaillierte Lösungen für einen Bahnhof am ZOB und seine Erreichbarkeit kamen in der unstrukturierten Diskussion nicht zur Sprache.
Auf den Vorschlag vom Geschäftsführer der Angelner Dampfeisenbahn, Schiller, Touristen per Dampfzug in die Stadt zu bringen, hielt Tourismus-Chef Finn Jensen entgegen: Zunächst gebe es größere touristische Probleme für Flensburg zu lösen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen