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Langballig : Zukunft aus Sicht der Jugend gestalten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt erinnert an die Entstehung und wirft einen Blick voraus auf die Herausforderungen in der Zukunft.

Langballig | Ein Landschaftsmuseum für Angeln? Fachleute hatten diesem Plan vor einem knappen Vierteljahrhundert keine Chance eingeräumt. Aber wie Totgesagte länger leben, so kam diese angekündigte „Totgeburt“ trotzdem auf die Welt und lebt seit nunmehr 24 Jahren. Dr. Henning Bachmann, der ehemalige Direktor der Kulturstiftung des Kreises und einer der Väter des Projektes, erinnert sich noch deutlich an die vernichtenden Prognosen. „Die Dorfbewohner werden Sie zum Dorf hinausjagen“, habe ihm ein Experte vorhergesagt. Im Christesenhaus in Unewatt sprach Bachmann am Sonntag aus Anlass des Internationalen Museumtages über die Planungsjahre des Landschaftsmuseums Angeln.

Es sei eine Idee des damaligen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen gewesen, ein Museum für die Landschaft Angeln zu schaffen. Bei ersten Überlegungen habe sich unter mehreren Optionen Unewatt als Favorit herausgeschält. Einzigartig sei dann das Konzept gewesen: „Ein Dorf als Museum und ein Museum als Dorf.“ Finanzielle Unterstützung habe es von vielen Seiten gegeben, unter anderem vom Kreis und der damaligen Kreissparkasse. Bachmann: „Ein gewichtiger Beitrag aber waren Mittel aus dem kulturellen Zonenrandprogramm.“

Als sehr hilfreich bezeichnete Bachmann die stets vorhandene Unterstützung aus dem politischen Bereich. Als günstige Umstände hätten sich der Erwerb der Gastwirtschaft, der Wiederaufbau von Marxenhaus, von Wind- und Wassermühle sowie die Nutzung des Christesenhofes erwiesen. Heute könne zu Recht festgestellt werden: „Une-Watt is dat hier doch schön!“

Bei der Begrüßung hatte der Langballiger Bürgermeister Pe  ter Dietrich Henningsen als Vorsitzender des Fördervereins mit Hinweis auf das Motto des Museumstages „Spurensuche – Mut zur Verantwortung“ den Kreis Schleswig-Flensburg aufgerufen, die Zukunft des Museums sicherzustellen.

In seinem Vortrag „Lebenswerter ländlicher Raum am Beispiel Unewatts“ fragte Thorsten Roos, Fachbereichsleiter Kreisentwicklung, ob man angesichts der demografischen Entwicklung aktiv reagieren oder die Dinge laufen lassen solle. Dabei gehe es um medizinische Versorgung, Digitalisierung, Mobilität und Arbeitsplätze. „Ich halte es für unerlässlich es, die Zukunft durch die Brille junger Leute zu sehen“, sagte Roos.

Seine Kollegin Kristin Hofmann, Leiterin des Sachgebietes Regionalentwicklung, stellte anschließend das Projekt „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum“ vor. Der Kreis ist dabei eine von 18 bundesweiten Modellregionen und die einzige in Schleswig-Holstein. Ziel sei es, neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln, um die Lebensqualität aller Bürger zu erhalten. Hofmann rief dazu auf, sich zu informieren und an einer Online-Umfrage teilzunehmen (www.gemeinsam-gut-versorgt.de).

In seinem Schlusswort lobte Karsten Stühmer, der Vorsitzende des Kreiskulturausschusses, den Mut des Kreistags, den Christesenhof zu kaufen. Die Kulturstiftung sei nun dabei, die notwendigen Drittmittel einzuwerben, um den Hof als Zentrale für museale Bedürfnisse umzugestalten.

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