Glücksburg : Zündstoff für Stress am Strand

Dicht an dicht stehen die 135 Strandkörbe  in Sandwig und bieten den Badegästen  am Bistro „Sandwig“  nur begrenzt Rückzugsmöglichkeit.
Dicht an dicht stehen die 135 Strandkörbe in Sandwig und bieten den Badegästen am Bistro „Sandwig“ nur begrenzt Rückzugsmöglichkeit.

Sandburgen und laute Gespräche der Nachbarn sorgen in Glücksburg für erhitzte Gemüter.

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22. Juli 2014, 09:45 Uhr

Glücksburg | Sommer, Sonne, Strand und Meer – und der Stress beginnt. Strandbesucher in Sandwig können ein Lied davon singen. Nicht etwa, weil die Parkplatzsuche Zeit kostet und Kinder und Taschen bis zum Strand geschleppt werden müssen. Die Stress-Falle lauert am Strand selbst. Strandkorb-Dauermieter treffen auf Tagesgäste, alteingesessene Strandgänger auf junge Familien mit Kindern und sittlich Gekleidete auf Oben-ohne-Fetischisten. Zündstoff genug für hitzige Debatten im heißen Strandsand.

Wahre Geschichten: Die plaudernden Damen im Strandkorb stören den Herrn in der Nachbarbehausung über alle Maßen. Er beschwert sich bitterlich beim Strandpächter und bittet darum, den beauftragten Strandkorbvermieter nie wieder Strandkörbe vermieten zu lassen.

Die Strandmuschel der Familie bringt eine ältere Dame im nahen Strandkorb zur Weißglut. Strandmuscheln dürften nicht aufgestellt werden. Und als Dauermieterin gehöre der Strandabschnitt bis zum Wasser ohnehin ihr. Die Kinder der Familie rächen sich heimlich und lassen Sand in die Schuhe der Dame rieseln. Die Antwort der Dame lässt nicht lange auf sich warten: Über den Häuptern der Eltern entlädt sich unvorbereitet eine Sanddusche. Am Ende schämt sich eine völlig Unbeteiligte für die ältere Strandkorbmieterin fremd. Burgen bauende Kinder stören die ältere Generation gewaltig. Die Herrschaften fürchten die Untiefen.

Jan Möller, Geschäftsführer der Firma Sportschatz und Strandkorbvermieter in Sandwig, lässt solcher Zwist kühl. Ja, es beschwerten sich ältere Menschen, je voller der Strand sei. „Aber es ist uns bisher immer mit einem Augenzwinkern und einem freundlichen Spruch gelungen, zwischen den Gästen zu vermitteln“, sagt der Flensburger. Seine Mitarbeiter führt er bereits bei der Einstellung an ihre Mediatorenrolle heran. Doch letztlich müssten sie von Situation zu Situation neu entscheiden. Um ihrer Berechtigung mehr Gewicht zu verleihen, tragen die Strandwärter seit einigen Tagen Ausweise ihres Arbeitgebers bei sich.

Möller beobachtet einen Generationenwechsel am Strand. Inzwischen mieteten auch junge Familien einen Saisonkorb. Eine Folge seines sportlichen Angebots mit Stand-up-Paddling und Fitness-Kursen, vermutet Möller. Die immer wieder aufkeimenden hitzigen Debatten zwischen den Badegästen führt Möller auf den begonnenen Generationenwechsel am Strand zurück.

Sollten heiße Diskussionen einmal nicht mit einem freundlichen Spruch entschärft werden können, dürfen die Strandwärter auf die städtische Strandordnung zurückgreifen. Die ist am Stand von Sportschatz und bei der DLRG einzusehen.

Die wichtigsten Regeln für den Gast: Nicht gestattet sind
> das Aufstellen von Badezelten, Windschutz, Strandkörben und ähnlichem
> das Benutzen des Strandes durch Spaziergänger und Fahrzeuge
> die kostenlose Nutzung und
> das Stören anderer Gäste durch Musik, Sport und Spiel.

Eindeutig erlaubt sind Rücksichtnahme und Toleranz. Dann dürfte es mit Sommer, Sonne, Strand und Meer etwas werden – so ganz entspannt.

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