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Mittelangeln : Zuckersüßes Jahr für die Rübenbauern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Landwirte profitieren von der steigenden weltweiten Nachfrage.

Mittelangeln | Angelns Rübenanbauer können zuversichtlich in die Zukunft blicken. Weltweit nimmt der Zuckerverbrauch zu, insbesondere in Lateinamerika, Afrika und Asien wird mehr Zucker benötigt. Gut für Angelns Rübenbauern, denn in den vergangenen Jahren hatte man mit einiger Sorge auf das Jahr 2016 geblickt, als die letzten Quotenrüben an Nordzucker geliefert wurden. Seit diesem Jahr ist die europäische Quotenregelung ausgelaufen. Stefan Büsching, Geschäftsführer des Rübenanbauer- und Aktionärsverbands Nord, berichtete auf der Winterversammlung im Satrup-Krog über die mit Nordzucker ausgehandelten Kriterien. Bereits im vergangen Jahr haben die Rübenanbauer die Möglichkeit bekommen, für die Jahre 2017 und 2018 vertragliche Liefervereinbarungen mit Nordzucker zu schließen. Die vertraglich vereinbarten Mengen beruhen auf den Zahlen der vergangenen Jahre, so Büsching.

Die Angler Rübenanbauer, traditionell in den vergangenen Jahren in der Spitzengruppe, mussten sich 2016 im Schleswig-Holstein-Vergleich mit den schlechtesten Zahlen zufrieden geben. Der Grund war die hohe Bodenfeuchte im Frühjahr und die sehr kühlen Nächte im April. Im nördlichen Schleswig-Holstein wurden pro Hektar 73,3 Tonnen Rüben geerntet mit einem Zuckergehalt von 16,9 Prozent. Das waren 13 Tonnen Zucker je Hektar. Spitzenreiter war die Region Lauenburg-Stormann mit 80,3 Tonnen Rüben je Hektar und einem Zuckergehalt von 17,7 Prozent. Der Auszahlungspreis betrug pro Tonne Rüben 34,88 Euro. Dieser Preis, der über dem des Vorjahres liegt, konnte gezahlt werden, weil einige starke Zuckerexporteure wie Indien, Brasilien und Thailand ihren Export stark bis vollständig zurückfahren mussten. „Wir Rübenanbauer profitieren von der erfreulichen Preisentwicklung für Zucker auf dem EU- und dem Weltmarkt“, hatte Hans-Heinrich Philipps, Verhandlungsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), bereits im Januar mitgeteilt. „Damit übertrifft die Zuckerrübe in diesem Jahr mal wieder alle anderen Feldfrüchte.“

Insgesamt zeigen sich die Anbauer zuversichtlich. Der Ertrag ist in den vergangenen 17 Jahren um 35 Prozent gestiegen, und in diesem Jahr hat sich Nordzucker auf eine Vertragsmenge von 400  000 Tonnen Rüben mit den Anbauern geeinigt. Stefan Büsching stellte positiv heraus, dass viele Rübenanbauer in Angeln ihre Verträge an ihre Nachfolger übergeben haben.

Das Auslaufen der Quotenregelung stellt an Nordzucker besondere Herausforderungen. So will das Unternehmen noch mehr Zucker in den Export geben und auch in Europa nach neuen Märkten suchen. In Deutschland wolle das Unternehmen Verbraucher besser aufklären, aber auch neue Qualitätsmerkmale aufnehmen. So werde es in Zukunft auch Zucker aus Bio-Rüben geben, so Büsching.

In Schleswig-Holstein spielt die Rübe seit einigen Jahren als Grundstoff für Biogasanlagen eine große Rolle. Fast die gesamte in Schleswig-Holstein eingefahrene Ernte blieb im vergangenen Jahr im Land und wurde in insgesamt 44 Biogasanlagen als Substrat verwendet. Von den 168  000 Tonnen in Schleswig-Holstein für Biogasanlagen angelieferten Rüben gingen alleine 80  000 Tonnen in die Anlage in Schuby, die im vergangenen Jahr neu angefahren wurde und als einzige nur auf die Rübe setzt.

Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen zum Beirat des Zuckerrübenanbauerverbandes wurde Jürgen Hinrichsen, Dollerup, als Regionalvertreter gewählt. 

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