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Fachkräftemangel : Zu wenig Pflege-Azubis in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz Fachkräftemangel und verbesserten Lernbedingungen bleiben die Anmeldezahlen an der Hannah-Arendt-Schule überschaubar. 21 Schüler legen im April und Mai die Prüfung zum Pflegeassistenten ab.

Jessica Schulz befindet sich auf der Zielgeraden, gewonnen hat sie trotzdem schon. Im Sommer beendet die 18-jährige Flensburgerin ihre Ausbildung zur Pflegeassistentin an der Hannah-Arendt-Schule (HAS) und macht gleichzeitig ihren Realschulabschluss. Doch das reicht ihr nicht: Nach einem Jahr Praxiserfahrung will sie die Ausbildung zur Altenpflegerin draufsatteln. „Noch vor drei Jahren wusste ich überhaupt nicht, was ich machen will, und jetzt habe ich den perfekten Beruf gefunden.“ Und einen sicheren Arbeitsplatz, wie ihre Lehrerin Stefanie Reichenbach bestätigt. „Die Absolventen haben beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, da Fachkräfte dringend benötigt werden“, sagt die gelernte Krankenschwester.

Das spiegeln die Anmeldezahlen für den Ausbildungsberuf an der HAS jedoch nicht wider. Neben Jessica Schulz legen 20 weitere Schüler ihre Prüfungen zum Pflegeassistenten im April und Mai ab. „Im Laufe der Ausbildung haben zehn Schüler abgebrochen, fünf hingegen sind neu dazugekommen“, berichtet Reichenbach. Dabei könne die HAS sogar 29 Pflegeassistenten pro Jahrgang ausbilden.

Für das kommende Schuljahr liegen bislang 15 Bewerbungen vor. Und am Sonnabend ist schon Bewerbungsschluss. Wenn aber bis dahin Plätze frei bleiben sollten, werden auch später eintreffende Bewerbungen berücksichtigt.

„Die Ausbildung und ihre Vorzüge sind einfach zu wenig bekannt“, beklagt Reichenbach. Denn neben einer theoretischen und praktischen Ausbildung, bei der die Teilnehmer ab der vierten Schulwoche via Praktikum Erfahrungen in Betrieben sammeln, besteht die Möglichkeit, seinen Realschulabschluss zu machen. „Persönliche und soziale Kompetenzen sind uns bei der Bewerbung wichtiger als der Notendurchschnitt.“

Dennoch nehme die HAS gewiss nicht jeden Bewerber. „Zu uns dürfen nur die Besten“, betont Reichenbach. Denen werde dafür aber einiges geboten: So durchlaufen die Azubis verschiedene Bereiche des Gesundheitssystems, wie Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen oder einen ambulanten Pflegedienst und werden nicht nur in pflege-relevanten, sondern auch in hauswirtschaftlichen Inhalten theoretisch und praktisch unterrichtet.

Zudem werden ab dem kommenden Schuljahr der Pflege-, Hauswirtschafts- und Musik-Kreative-Beschäftigung-Unterricht zusammengefasst, um die Inhalte berufsbezogener vermitteln zu können. „Besonders geeignet ist die Ausbildung für Schüler, die zu jung sind, um eine Ausbildung in der Gesund- und Kranken- und Altenpflege zu absolvieren“, sagt Reichenbach.

Wer die Ausbildung zum Pflegeassistenten erfolgreich absolviert hat, dem stehen verschiedene Türen offen: Der Abschluss berechtigt zu einer Erzieherausbildung und zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums und einer Fachoberschule. Davon Gebrauch macht auch Anna Pawel. Nach ihrem Ausbildungsende im Sommer will die 22-jährige Flensburgerin die Fachhochschulreife an der HAS machen. „Und das Schöne ist: Wenn ich später doch einmal Probleme im Beruf haben sollte, kann ich jederzeit im Pflegedienst arbeiten, denn dort wird immer Personal gesucht.“

 

Das Bewerbungsformular für die Ausbildung zum Pflegeassistenten sind im Sekretariat der HAS und im Internet unter www.has-fl.de und dem Pfad „Bewerbung“ und anschließend „Berufsfachschule III Sozialwesen“ abrufbar. Weitere Infos gibt es bei Stefanie Reichenbach freitags zwischen 10 und 10.45 Uhr unter Telefon 0461-851611.

 

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erstellt am 26.Feb.2015 | 17:23 Uhr

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