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Verkehrsbelastung : Zu viel Verkehr in der Wrangelstraße?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU und FDP schlagen Maßnahmen zur Reduzierung vor – andere Parteien geben sich reserviert.

Flensburg | Mit allein 13 Kulturdenkmalen, mit ihrer gepflasterten Fahrbahn, mit den Bäumen am Straßenrand und ihrem ganzen Erscheinungsbild ist die Wrangelstraße gewiss eine der schönsten Straßen der Stadt. Sie ist zwar nur etwa 400 Meter lang, erfüllt aber damit trotzdem eine wichtige Funktion, weil sie die direkte Verbindung vom Straßenzug Marienallee/Mühlenstraße zu den beiden Krankenhäusern darstellt.

Doch an der Wrangelstraße liegen auch Wohnhäuser, repräsentative Villen zum Teil, in denen Menschen leben, die unter der Verkehrsbelastung leiden und sich an politische Vertreter gewandt haben. So kam es zu einem gemeinsamen Antrag der CDU- und der FDP-Ratsfraktion, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Wrangelstraße zu prüfen:
> Sperrung der Straße für den Schwerlastverkehr
> Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 Stundenkilometer
> Einbahnstraßenverkehr

Offenbar lassen sich vermehrt ortsfremde Lkw-Fahrer von ihren Navigationsgeräten in die Wrangelstraße leiten. Vor diesem Hintergrund kamen die Vertreter von CDU und FDP auf die Idee, nur einen kleinen Teil der Straße offiziell für Lkw sperren zu lassen. Dies würde dazu führen, so ihr Kalkül, dass die Sperrung beim nächsten Update in den Navigationsgeräten der Lkws auftaucht und diese dann auf anderen Wegen zu ihrem Ziel geleitet werden. Gleichzeitig könnten Anlieger - zum Beispiel Möbelwagen bei Umzügen – von beiden Seiten bis an die gesperrte Stelle heranfahren, ohne gleich eine Sondergenehmigung einholen zu müssen.

Auf eine Lösung des Problems müssen die Bewohner der Wrangelstraße allerdings noch etwas warten. Das hat nicht zuletzt mit einer Personalie im Fachbereich Entwicklung und Innovation zu tun. Die Stelle des Verkehrsplaners dort ist vakant, seitdem der langjährige Inhaber der Stelle, Gunther Vandeck, vor einigen Monaten in Ruhestand gegangen ist. Die Bewerbungsfrist für die Kandidaten endete vor wenigen Tagen. Konsequenz ist, dass derzeit verkehrstechnische Fragen im Rathaus nicht immer so prompt bearbeitet werden können wie in der Vergangenheit.

Dies gab in der Diskussion im Umwelt- und Planungsausschuss der SPD-Vertreter Florian Matz zu denken. Gegen zusätzliche Maßnahmen in der Wrangelstraße sprach sich der Grünen-Vertreter Stefan Thomsen aus: „Wir haben ganz andere Schwerpunkte beim Thema Verkehr“, sagte er. In der Wrangelstraße gelte bereits Tempo 30, dort würden Autos parken, die den Verkehr zusätzlich verlangsamen. Frank Hamann (Die Linke) hatte grundsätzlich nichts dagegen, die Wrangelstraße und andere Straßen von Verkehr zu entlasten, wollte aber mit diesem Einzelfall keine Verwaltungskapazitäten binden. Arne Rüstemeier (CDU) erinnerte daran, dass es sich nur um einen Prüfauftrag handele. SSW-Mann Glenn Dierking konnte sich eine Tempo-Reduzierung auf 20 km/h nur schwer vorstellen und sah „dringendere Probleme“ an anderen Stellen in der Stadt.

Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Dem Prüfauftrag wurde zwar grundsätzlich zugestimmt – allerdings mit einer Zielvorgabe bis September 2016. Erst dann soll die Verwaltung das Ergebnis vorlegen. Und bis dahin gibt es ja vielleicht auch wieder einen Verkehrsplaner in der Stadt.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 18:52 Uhr

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