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Harrislee : Zu Besuch beim kleinen Mann in Kupfermühle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeiterwohnung im Industriemuseum zeigt Einblicke in die private Lebenswelt.

Eine original Kupfermühler Tür im ortsüblichen Grünton mitten im Raum ist der hübsche Blickfang: Auf 33 Quadratmetern, der exakten Grundfläche einer typischen Wohnung der Kupfermühler Arbeitersiedlung, in der meist Eltern mit durchschnittlich vier bis sechs Kindern, meist noch mit Oma oder Opa lebten, hat das Industriemuseum Kupfermühle seine Ausstellung um einen spannenden Bereich erweitert. „Es ist uns ein großes Anliegen, damit auch die Sozial- und Ortsgeschichte von Kupfermühle darzustellen“, erklärt die wissenschaftliche Leiterin des Industriemuseums, Susanne Rudloff.

Die Geschichte des Werkes sei auch die Geschichte der Menschen und des Ortes. In Kupfermühle sei alles auf das Werk konzentriert, alles von ihm ausgegangen, vom Bau der werkseigenen Arbeiterwohnungen bis zur Gründung der ersten Schule oder der Feuerwehr. „Erst durch die Ansiedlung des Werkes entstand der Ort.“

Nicht nur für die Kupfermühler, die oft an persönliche Familiengeschichten anknüpfen könnten, auch für Harrisleer und alle Museumsbesucher sei das wichtig und interessant.

Recherchiert hat Rudloff in den Orts- und Privatchroniken, auch in der Bau’er Kirchenchronik. „Ich durfte auch in alten Fotoalben von Kupfermühler-Bewohnern und Harrisleern stöbern“, sagt sie dankbar. Die Graphikerin Susanne Thum hat historisches Bildmaterial und erklärende Texte zwei-, teils sogar dreisprachig (deutsch, dänisch, plattdeutsch) auf Tafeln gestaltet und mit ihnen einen Ort des Erinnerns geschaffen. Berührend spiegeln die Aufnahmen das private einfache Leben von damals wider, zeugen die Exponate vom beschwerlichen täglichen Leben in den gelb gestrichenen Häuschen im Nybodestil zwischen Wald, Krusau und Förde: die gusseiserne Ofenplatte, der Fußwärmer aus Eisen, der kleine Lederranzen auf dem Schultisch, Waschgeschirr und Waschbrett, der lederne Löscheimer, das Spielzeug-Pferdchen, zwei zierliche Kaffeetassen aus dem Besitz der thor Stratens.

Aus der Gisela und Bodo Daetz-Stiftung stammt das anschaulich liebevoll gearbeitete Original-Modell der Arbeiterwohnung Kupfermühle 51, so wie sie bis 1970 aussah, im Puppenstubenformat. Ein Lese- und Stöbertisch mit Fotoalben sowie der Chronik der Ortswehr ermöglicht ein entspanntes Vertiefen in die Geschichte von Kupfermühle. Ein Buch samt Stift liegt aus, damit Besucher Informationen ergänzen oder berichtigen können, wenn jemand etwa Personen auf den Fotos erkennt und Namen weiß.

Bewusst ist die Ausstellungsergänzung im gleichen offenen Konzept wie das übrige Museum gehalten. „Es ist keine feste Ausstellung; sie soll sich weiter entwickeln und wachsen“, meint Susanne Rudloff. Dank für Zuschüsse richtet sie an die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg sowie Utta Weißing, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Harrislee. An Gisela und Bodo Daetz, die Teile aus ihrer Privatsammlung beisteuerten, an Wolfgang Börnsen, der aus seinem aufgelösten Dorfmuseum Material gab.

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