Westliche Höhe : Ziel ist ein neues Verkehrskonzept

Sicherheit geht vor: An der viel befahrenen Kreuzung Marienhölzungsweg / Nerongsallee wurde ein Fußgängerüberweg mit neuer Beleuchtung erstellt.
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Sicherheit geht vor: An der viel befahrenen Kreuzung Marienhölzungsweg / Nerongsallee wurde ein Fußgängerüberweg mit neuer Beleuchtung erstellt.

Teil 6: Verkehr, Parkplätze, Bauen – auf der Westlichen Höhe steckt das neu gegründete Forum frische Themen ab

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02. Januar 2017, 13:57 Uhr

Flensburg |


Seit zwei Jahren ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen der Quartiere eingebunden werden müssen. Seit diesem Jahr nun engagiert sich in jedem Stadtteil mindestens ein Forum. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresende Bilanz zu ziehen und zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Ergänzt wird der Stadtteil-Überblick durch Daten des gerade vorgelegten Sozialatlas 2016. Zu beachten ist, dass die Gebiete, um die sich verschiedene Foren kümmern, nicht immer mit den Verwaltungsgrenzen der Stadtteile übereinstimmen. Heute: Westliche Höhe.

Was ist das Besondere an Ihrem Stadtteil, das es von allen anderen unterscheidet?
Die Westliche Höhe bietet eine große Bandbreite an Lebensqualität: Hier findet man sowohl Grün- und Erholungsflächen wie die Marienhölzung oder den Stadtpark, als auch eine gute Infrastruktur mit Schulen, Kirchen, Sportstätten und die beiden Krankenhäuser. Kurze Wege in die Innenstadt ermöglichen ein bequemes Shoppen auch ohne Auto.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil 2016 etwas bewegt?

Mit dem Stadtteilforum Westliche Höhe ist erstmalig eine Plattform geschaffen worden, in der sich Menschen aus den verschiedenen Teilen der Westlichen Höhe treffen und sich gemeinsam für ihren Stadtteil engagieren können. Da die Bürger der Flensburger Stadtteile in Form der Bürgerbeteiligung intensiver in Entscheidungen der Stadt mit einbezogen werden sollen, dient hier das Stadtteilforum als Ansprechpartner. Zwar hat sich das Stadtteilforum Westliche Höhe erst 2016 gegründet, aber in dieser kurzen Zeit wurden bereits einige Veranstaltungen organisiert. Neben einem Infoabend rund um das Thema Einbruchsschutz und Sicherheit wurde vor allem die Runde der Oberbürgermeister Kandidaten sehr gut angenommen (zu der nicht nur Bewohner der Westlichen Höhe kamen), um sich zu informieren.

Was ist dagegen das größte Thema, das 2016 im Stadtteil liegen geblieben ist?

Das Stadtteilforum Westliche Höhe hat sich erst dieses Jahr gegründet. Themen gibt es viele, die wir angehen möchten: Ein ausgewogenes Verkehrskonzept mit gleichberechtigten Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern (und das über die Grenzen der Westlichen Höhe hinaus in Zusammenarbeit mit den anderen Foren, der Verwaltung und der Politik).

Wie soll es mit diesem Thema weitergehen und wie könnte es vorankommen?

Das Thema Mobilität, insbesondere „Radfahren in Flensburg“ wird am 23. Januar bei unserem nächsten Stadtteilforum thematisiert. Neben den Bewohnern werden auch verantwortliche Stadtplaner und die Fahrradbeauftragte sowie Vertreter aus der Politik eingeladen.

Welches weitere Thema wollen Sie 2017 anpacken?
Ein weiteres Thema wird der Denkmalschutz sein. Viele Häuser in unserem Stadtteil stehen unter Denkmalschutz und die strengen Anforderungen der Denkmalschutzbehörde bei geplanten Umbauten und Sanierungen führen oft zu sehr hohen Kosten, wodurch Vorhaben häufig nicht finanzierbar sind. Wir sind für Denkmalschutz, aber er muss bezahlbar sein.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum vor der künftigen Oberbürgermeisterin?

Das Stadtteilforum Westliche Höhe wünscht sich von der Oberbürgermeisterin einen intensiven und konstruktiven Austausch, um Themen, die auch für die Westliche Höhe relevant sind, mitzugestalten. Das Thema Bürgerbeteiligung sollte nicht länger ein „Lippenbekenntnis“ sein, sondern das erfüllen, was das Wort vorgibt: Eine Beteiligung der Bürger bei wichtigen Entscheidungen, die ihren Stadtteil oder die Stadt betreffen. Wir wünschen uns von Frau Lange, dass sie den Mut hat, neue Wege zu beschreiten, um Bürokratie abzubauen und die Verwaltung aus der „Das-geht-nicht-weil…“-Starre weckt. Weiterhin wünschen wir uns von Frau Lange, dass sie den Stadtteilforen mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihr Vorgänger und Einladungen zu angebotenen Veranstaltungen annimmt.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der Flensburger Politik?

Wir wünschen uns einen offenen Dialog mit der Flensburger Politik, mit dem Ziel, gemeinsam bestmögliche Lösungen für die Bürger zu entwickeln. Hierbei sollten gegenseitige Vorwürfe im Hintergrund bleiben und konstruktiv nach vorne geschaut werden. Weiterhin freuen wir uns über eine Beteiligung der Parteivertreter an den Stadtteilforentreffen, damit Rückmeldungen unmittelbar erfolgen können. Die gute Zusammenarbeit und das Annähern der Foren Flensburgs ist unser Ziel, damit wir gemeinsam Stadtteil-übergreifende Themen anpacken können.

Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?

Das Thema Parkflächen: Aufgrund der vielen großen Arbeitgeber und Besucher auf der Westlichen Höhe wie das Finanzamt, das Arbeitsamt und die Krankenhäuser sind fehlende Parkflächen in vielen Bereichen ein großes Problem. Zugeparkte Ausfahrten von Privatgrundstücken, blockierte Straßen durch Falschparker und die mangelnde Kontrolle durch das Ordnungsamt sorgen immer wieder für Missstimmung zwischen Anliegern und Autofahrern. Weiterhin wünschen sich viele Anwohner mehr Sensibilität bei der Bebauung von Baulücken, was die Größe der Bauvorhaben und die Integration in das Straßenbild angeht. Hier sei das Beispiel der Neubebauung am Hans-Christian-Andersen-Weg genannt, wo aus Sicht der Bürger eine Baugenehmigung erteilt worden ist, obwohl zu wenig Parkflächen für die Anzahl der genehmigten Wohneinheiten zur Verfügung stehen.

Nächster Teil: Tarup
 

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