Gesundheit in Flensburg : Zentralklinikum wird teurer

Häufig überlastet:  Immer wieder kommt es in der Notaufnahme der Diako zu Wartezeiten.
Häufig überlastet: Immer wieder kommt es in der Notaufnahme der Diako zu Wartezeiten.

Deitmaring: Die im Krankenhausplan eingestellten 250 Millionen Euro reichen nicht / Peters: Notaufnahme bleibt Flaschenhals

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25. April 2018, 06:24 Uhr

Der gemeinsame Neubau von Diako und Franziskus am südöstlichen Stadtrand wird deutlich teurer als bisher im Krankenhaus-Investitionsplan des Landes festgehalten. Dort stehen bisher 250 Millionen Euro mit höchster Priorität. Die Summe müsse „schnell in eine realistische Größe geändert werden“, sagte Klaus Deitmaring, Direktor des Franziskus-Hospitals, am Montag im Sozial- und Gesundheitsausschuss der Stadt, der im Fliedner-Saal der Diako tagte.

Mit der Vorplanung für das neue Klinikum sei man im Zeitplan, so Deitmaring. Bis zum Sommer oder Herbst würden detaillierte Aussagen zur Bebaubarkeit des Grundstücks vorliegen. Er lobte die Stadtverwaltung für die Arbeit an den Planungen.

Im vergangenen Jahr sei die Belegschaft des Franziskus’ um 30 Mitarbeiter gewachsen, so Deitmaring. Das liege vor allem an der neuen regulären HNO-Abteilung, die die bisherige Belegabteilung ablöse. Da man aber wegen des Klinikneubaus auf ursprünglich geplante Anbauten verzichte, werde es eng im Franziskus. So müsse man auf „Verabschiedungszimmer“ verzichten, in denen sterbende Patienten untergebracht wurden. „Die Patienten sterben jetzt in Mehrbettzimmern“, bedauert Deitmaring. Das sei vor allem für die Angehörigen „betrüblich“.

Die Grippewelle im ersten Quartal 2018 habe beide Krankenhäuser an den Rand der Kapazitäten gebracht. Zeitweise seien 70 Mitarbeiter gleichzeitig krank gewesen, so Deitmaring. „Mehr Patienten – weniger Personal“ – dieser Spagat sei während der Grippewelle auch an der Diako „nicht förderlich gewesen“, stimmte Dr. Christian Peters, Ärztlicher Direktor der Diako, zu.

Die Wartezeiten in der Zentralen Notaufnahme nehmen weiter zu, sagte er, der Flaschenhals ZNA bleibe bestehen. Allerdings: „50 Prozent der Patienten, die sich in der ZNA melden, gehören da nicht hin.“ Man überlege, einen gemeinsamen Anmeldebereich mit der Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung zu etablieren, so dass man die Notfallpatienten besser zuordnen könne. „Wir hoffen, die Situation bis spätestens zum vierten Quartal entschärfen zu können“, so Peters.

Doch auch insgesamt sei die Zahl der Patienten – ambulant und stationär – weiter steigend. Der Umbau des chirurgischen Bettenhauses sei abgeschlossen. Demnächst werde man mit der Sanierung der Neugeborenen-Intensivstation beginnen.

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