zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 16:17 Uhr

Zehn Prozent mehr Übernachtungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gorm Casper ist seit einem Jahr Tourismus-Chef in Flensburg und zieht eine erste Bilanz

Der Flensburger Gorm Casper übernahm am 1. Juli 2014 die Geschäftsführung des Flensburg Fjord Tourismus. Diese touristische Einrichtung der Stadt Flensburg gibt es nicht mehr, sie wird bis Jahresende abgewickelt. Nachfolger ist die Tourismus-Agentur Flensburger Förde (Taff), die zum 1. Januar 2015 ihre Arbeit aufgenommen hat. Taff führt die Geschäfte der Lokalen Tourismusorganisation von Flensburg, Glücksburg, Amt Langballig und Harrislee.

Herr Casper, Sie sind ein Jahr im Amt, erst für die FFT, seit Jahresbeginn für die neue Tourismus-Agentur Flensburger Förde (Taff). Wie geht es Ihnen damit?

Es sind doch viele Felder, die mehr Arbeit in sich bargen, als ich vermutet hatte. Es sind vor allem administrative Herausforderungen. Für den kreativen Bereich blieb zu wenig Zeit.

Was meinen Sie mit administrativen Herausforderungen und was mit dem kreativen Bereich?

Der Aufbau der betrieblichen Organisation, des Teams und der Abteilungen war deutlich umfangreicher als gedacht. Beim FFT hatten wir keine Abteilungen und die Buchhaltung war ausgelagert. Jetzt haben wir eine eigene Buchhaltung, greifen aber noch auf einen externen Steuerberater zurück. Sonst ist der Aufbau der Taff nicht zu schaffen. Zum kreativen Bereich zähle ich die Produktentwicklung und die Gestaltung der Servicequalität.

Welche Ziele mussten Sie inzwischen begraben, zumindest auf Eis legen?

(Überlegt... und überlegt noch mal...)

Anders: Was hat Sie überrascht?

Überrascht hat mich die Intensität der Diskussion über Fjord und Förde. Ich hatte gedacht, dass man akzeptiert, dass eine Destination, die bereits mit einem Label (Fjord, Anm. der Redaktion) beworben wird, so weitergefahren wird.

Der Aufbau der Taff, aber auch die Punkte Kurabgabe und EU-Beihilfeverordnung waren wesentlich komplexer als ich mir das vorgestellt habe.

Mit EU-Beihilfe sprechen Sie die Nutzung öffentlicher Mittel an, die nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung führen darf?

Ja.

Welche Voraussetzungen braucht es denn?

Taff ist zu 100 Prozent in öffentlicher Hand. Das war eine Grundsatzentscheidung. Deshalb ist die Trennungsrechnung wichtig. In der Praxis bedeutet das: Wir dürfen unsere Gruppenreisen nicht mit öffentlichen Geldern finanzieren und die Veranstaltungen nicht übermäßig fördern. Diese Angebote müssen sich über das Jahr selbst tragen. Wir dürfen mit Fördermitteln keinen Gewinn generieren.

Sprechen wir noch mal über die Dinge, die überraschend länger dauern. Die Marketingstrategie sollte früher fertig sein. Warum dauert es länger?

Unser externer Berater NIT* und die Arbeitsgruppe fanden nicht genug Termine. Aber nun steht die Marketingstrategie und in den nächsten drei Wochen werden der Marketingbeirat und der Aufsichtsrat abstimmen.

Können Sie uns schon Schwerpunkte der Strategie nennen?

Im Markenkern wird das maritime Erlebnis im Vordergrund stehen. Wir sind die Region der zwei Kulturen, also der deutschen und der dänischen. Und wir sind das Brückenland zu Dänemark. Diesen Punkt haben wir von der Tourismus-Strategie Schleswig-Holstein übernommen.

Was hat das bisher gekostet?

Weniger als 3000 Euro für die Entwicklung. Das meiste ist im eigenen Haus erarbeitet worden. Wir haben das Tourismuskonzept, das wir 2013 erstellen ließen, berücksichtigt, die Tourismus-Strategie des Landes 2025 und die Erkenntnisse des NIT. Auch der Businessplan für die LTO gibt Aufgaben vor.

Hat Flensburg mit der Alten Post nun genug Hotels oder warten Sie sehnsüchtig auf weitere?

Auch in diesem Sommer ist es schwierig, die Gäste in den Hotels unterzubringen. Wir brauchen mehr Hotelbetten. Es zählt aber nicht nur die Menge. Wir wollen ein gewisses Maß an Service-Qualität liefern. Deshalb nehmen wir schlechte Wohnungen aus dem Angebot.

Wie ist die Buchungslage bisher?

In der Region läuft es fast so wie bisher. In Flensburg haben wir zehn Prozent mehr Übernachtungen. Der Mai war super und selbst der Juli ist nach Auskunft von Gastgebern ohne Einbruch. Kurzfristige Stornierungen gab es kaum. Bleibt abzuwarten, ob der viele Regen die Buchungen im nächsten Jahr beeinflussen wird.

Sie haben kürzlich Urlaub gemacht. Warum in der Hochsaison?

In unserem Geschäft muss bis zum Sommer alles stehen. Und die Endabnahmen des Urlaubsmagazins und der Marketingstrategie erfolgen jetzt erst.

Wann erscheint das erste Urlaubsmagazin der Taff und wie heißt es?

Anfang September erscheint es und trägt den Titel „Ostsee Urlaub an Fjord und Förde“.


* NIT – „New Insights for Tourism“ Das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa

zur Startseite

von
erstellt am 19.Aug.2015 | 12:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen