Umbau am Twedter Plack : „Zebrastreifen“ irritiert Fußgänger

Noch berücksichtigen die Autofahrer den aufgehobenen Fußgängerüberweg am Anfang des Marrensdamms am Twedter Plack.
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Noch berücksichtigen die Autofahrer den aufgehobenen Fußgängerüberweg am Anfang des Marrensdamms am Twedter Plack.

Der Fußgängerüberweg an der Einmündung Marrensdamm ist in die Straße Friedheim verlegt worden – was für Verunsicherung sorgt

shz.de von
13. Juni 2015, 11:28 Uhr

Der Zebrastreifen ist weg. Abgefräste Felder am Anfang des Marrensdamms erinnern noch an die weißen Streifen, die zwischen Parkinsel am Marrensdamm der Sparkasse den Überweg mit Vorrecht einräumte. Das Vorrecht gibt es nicht mehr. Jetzt müssen Autofahrer, die ihre Fahrzeuge dort parken und Besucher, die dienstags und freitags den Wochenmarkt nutzen, warten, bis kein Fahrzeug kommt.

Wie selbstverständlich hält das Fahrzeug, als Hamide Asbag vor der Sparkasse den Marrensdamm auf Höhe des früheren Zebrastreifens überqueren will. Sven Stüwert überquert wenig später einige Meter weiter den Marrensdamm. Das hätte er auch mit Zebrastreifen getan, gibt er zu. Wie Asbag plädiert auch er für den alten Zebrastreifen. Es wären viele ältere Menschen auf der Ecke unterwegs: „Wenn eine alte Frau hier zum Wochenmarkt über die Straße geht, das ist schon gefährlich, wenn die Autofahrer hier schnell abbiegen.“ Oliver Schinz eilt über den abgefrästen Überweg. Ihm fehle der Zebrastreifen: „Aber vielleicht muss man sich erst umgewöhnen“, überlegt er.

Der Zebrastreifen ist stattdessen um 90 Grad gedreht worden und verschafft Fußgängern ein Stückchen weiter das Vorrecht, die Straße Friedheim in Richtung des neuen Einkaufszentrums zu überqueren. Elke Kaysen hat das gerade mit vollen Einkaufstaschen von dort kommend getan. Sie freut sich über den neuen Überweg dort. Nach dem fehlenden Zebrastreifen am Anfang des Marrensdamms befragt, sagt sie: „Als Autofahrerin habe ich mich immer geärgert.“ Die Fahrzeuge hätten sich gestaut und es sei kein Durchkommen gewesen.

Die Überwege sind wegen des neu gebauten Einkaufszentrums auf Anraten der Verkehrsbehörde verlegt worden (wir berichteten). Stadtplaner Dr. Peter Schroeders erklärt: „Die Straße Friedheim weist um ein Vielfaches mehr Verkehr auf. Der Marrensdamm ist keine hochfrequentierte Durchfahrtsstraße, sondern nimmt reinen Ziel- und Querverkehr auf.“ Die Entscheidung sei letztlich von den Geschäftsleuten gefordert worden. Zahlen, die das jeweilige Verkehrsaufkommen belegen, haben weder Schroeders noch der Leiter der Verkehrsbehörde, Helge Nissen, zur Hand.

Auch eine Begrenzung der Zahl von Fußgängerüberwegen auf einer bestimmten Flächengröße gibt es nach Auskunft von Nissen nicht. Chefplaner Schroeders hat sich die Situation zu Beginn des Bauvorhabens selbst angesehen und festgestellt: „Die Leute laufen überall.“ Friedheim werde völlig ungeordnet überquert.

Das soll der neue Zebrastreifen nun in geordnete Bahnen lenken. „Erst wenn auch der Ersatzbau für Aldi steht, wird der neue Fußgängerüberweg seine volle Wirkung entfalten“, sagt Schroeders. Das sei, im Gegensatz zu der ursprünglich geplanten Verkehrsinsel, die einige Meter weiter Richtung Schottweg hätte gebaut werden können, eine schlichte Lösung. Die ursprüngliche Variante sei als vom Marrensdamm zu fern empfunden worden und deshalb im Viertel auf Widerstand gestoßen. Mit Blick auf den fehlenden Zebrastreifen am Anfang des Marrensdamms sagt Schroeders: „Ich räume ein, dass man nicht mehr so einfach von der Sparkasse zum Parkplatz hinüber gehen kann.“

Nach Auskunft eines Flensburger Polizeibeamten gilt immer noch: Wer in eine Straße einbiegt – in diesem Fall von Friedheim auf den Marrensdamm –, hat Passanten vorzulassen. Die sollten allerdings auf den aus der Straße herauskommenden Verkehr achten, der Vorfahrt hat.

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