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Schloss Glücksburg : Zauberhaftes Barockkonzert rührt Publikum zu Tränen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Flensburger Ensemble Concerto Farinelli unterhält vor ausverkauftem Saal im Schloss Glücksburg mit Professor Matthias Janz am Cembalo. Die Sopranistin Hanna Zumsande überzeugte nicht nur beim wunderschönen Schmachtfetzen Lascia ch’io pianga.

Arme Almirena: Gefangen von der bösen Magierin Armida, mag sie nicht einmal mehr auf Befreiung durch ihren geliebten Rinaldo hoffen: „Ach, nur im Tod find ich Erbarmen.“ Mit der Dreiecksgeschichte um den Kreuzritter, seine Verlobte und die zauberkundige Königin von Damaskus hat Georg Friedrich Händel 1710 das Londoner Opernpublikum im Sturm erobert. Das Werk entstand innerhalb von nur zwei Wochen, darunter jener wohl größte Schlager der Musikgeschichte: „Lascia ch’io pianga“. Die Sopranistin Hanna Zumsande präsentierte den wunderschönen Schmachtfetzen als Zugabe beim Benefizkonzert auf Schloss Glücksburg. Publikum: Zu Tränen gerührt.

Händels „Rinaldo“ spielte die Hauptrolle in dem Programm barocker Musik, auf historischen Instrumenten dargeboten von den versierten Musikern des Concerto Farinelli und Matthias Janz am Cembalo. Schon in der Ouvertüre der Oper, die in gemessenem Schritt daherkam, entwickelten die acht Musiker eine erstaunliche Klangfülle und Farbenvielfalt. In Händels thematisch bestens passender Kantate „Armida abbandonata“ von 1707 durchmaß Hanna Zumsande alle Gefühlsschwankungen der Armida angesichts des geliebten Rinaldo, der sie verschmäht: Wut, Verzweiflung, Liebe, Trauer – all das realisierte sie nuancenreich mit ihrem auch im tiefen Register wohlklingenden Sopran und ohne Scheu vor der trockenen Akustik im weißen Saal. So gelangen nach der Pause auch die vier Arien der Almirena als kleine Kabinettstückchen musikalisch-barocker Gefühlsdarstellung.

Das Mini-Orchester begleitete die Sängerin umsichtig und steuerte mal einen Geigensturm bei, mal ein putziges Vogelgezwitscher der Blockflöte. Überhaupt die Flöte: Annette John zeigte dem Publikum in Vivaldis „Concerto per Flautino“, welch enorme Virtuosität man aus diesem Holz zaubern kann. In Telemanns „Concerto à quattro“ erwiesen sich dann Geige (Volker Mühlberg), Flöte, Oboe (Vincent van Ballegooijen) und Violoncello (Armin Lohbeck) als Klangmagier, während Marthe Perl (Violone) und Meister Janz dem ganzen einen stabilen Generalbass zugrunde legten. Zum Schluss lieferte das Ensemble Bachs Oboenkonzert in F-Dur (BWV 1053a), die Bearbeitung eines Cembalokonzerts. Matthias Janz leitete nicht nur vom Cembalo aus, sondern moderierte zudem unterhaltsam. Ein zauberhafter Musikgenuss.

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erstellt am 14.Okt.2014 | 15:27 Uhr

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