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Sorge um Oldtimer : Zahn der Zeit nagt am „Alex“-Kessel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vorstand hat sondiert: Neuer Dampferzeuger und der Einbau ins Schiff kosten knapp 500 000 Euro – jetzt sollen Rücklagen gebildet werden

Noch funktioniert er, aber wenn er eines Tages defekt ist , wird es eine teure Tasse Tee. Der Ersatz des über hundert Jahre alten Kessels für den Salondampfer „Alexandra“ wird voraussichtlich eine knappe halbe Million Euro kosten. Das haben erste Preisermittlungen des Vorstands ergeben. Konsequenz: Möglichst bald wird der Verein damit beginnen, Rücklagen anzusammeln.

Eigentlich war es eine Jahreshauptversammlung am Montagabend in den Räumen der Sparkasse am Südergraben, die Grund zur Zufriedenheit gab: Die vergangene Saison lief gut, die Vorzeichen für die Saison 2014 sind erfreulich, die Finanzen sind stabil, die Mitgliederzahlen verzeichnen einen klitzekleinen Abwärtstrend, die Wahlen verliefen einmütig. Den Hammer holte Vorsitzender Eberhard Starke am Schluss, unter Punkt Verschiedenes, heraus: „Situation Kessel“.

Einen Warnschuss hatten Schiff und Mannschaft ja schon im März 2013 vor den Bug bekommen. Ein kleiner Riss war am Kessel entstanden, der über Wochen zur Stilllegung des Schiffes führte. Mit Einfallsreichtum und Fleiß räumten findige Helfer das Problem wieder aus, sodass auch der TÜV seinen Segen gab. Der Vorfall warf ein Schlaglicht auf das Problem: Das Schiff wurde 1908 in Betrieb genommen, ist zwar hervorragend gepflegt, aber insbesondere Teile wie der Kessel halten nicht ewig und können nach langem Betrieb auch nicht mehr repariert werden. Dann wird der Ersatz fällig.

Der Neubau eines Kessels ist nach den Erkenntnissen des Vorstandes mit gut 100 000 Euro zu veranschlagen. Richtig teuer werden die Arbeiten am Schiff für den Kesseltausch: Abnehmen der Aufbauten und des Decks sowie Wiederherstellung. Nicht nur Rücklagen werden gebildet, „wir werden versuchen, Spenden einzuwerben“, kündigte Starke an. Die Einstufung des Schiffes als Kulturdenkmal gibt vor, dass wieder ein kohlegefeuerter Kessel in Auftrag gegeben wird. Das Thema Emissionen wird noch geklärt. In der vergangenen Saison beförderte die „Alexandra“ auf 63 Fahrten über 5200 Passagiere. Ihr Reiseziel heißt entweder Glücksburg oder auch Kiel und Hamburg.

Der Verein erlebt zur Zeit einen Generationswechsel: Gewählt wurden Eberhard Starke als 1. Vorsitzender und Peter Hamann als Schatzmeister. Ihre Vorgänger Werner Fischer und Rüdiger Steineberg sowie der ehemalige zweite Vorsitzende und Kapitän Wolfgang Weyhausen wurden zu Ehrenmitgliedern, Fischer zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sie haben Verein, Finanzen und das Schiff in ruhiges Fahrwasser geführt.

Neu ist auch, dass die Vorstandsmitglieder nicht mehr massenhaft Stunden in die ehrenamtliche Vereinsführung stecken sollen. Die übernimmt die Geschäftsführung des historischen Hafens mit Frank Petry an der Spitze. Damit soll ein Grad der Professionalisierung erreicht werden, der bisher nicht möglich war.

Im historischen Hafen wird bald der Zuwachs der Flensburger Museumsschiffe Platz und Pflege finden: der Schlepper „Flensburg“, jetzt noch in Glückstadt beheimatet. Im Juni wird die Alexandra in die Elbestadt fahren, an den Matjestagen teilnehmen und anschließend den „Kleinen“ einen großen Teil seines Weges in den künftigen Heimathafen begleiten.

Weitere Änderung: Eventuell gibt der Verein sein Büro an der Schiffbrücke auf, um die Miete zu sparen, und richtet einen Treffpunkt an Bord ein.

 

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