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Nächtlicher Sturmschaden : Xaver: Blitz legt Stadtwerke lahm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Um fünf Uhr morgens war es mit der Fernwärmeversorgung vorübergehend vorbei. Starke Entladung setzte Schalttafel außer Gefecht, zwei Heizkessel fielen aus. In den Haushalten von Flensburg, Harrislee, Glücksburg und Pattburg wurden die Heizkörper kalt.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Nur der Reiseverkehr leidet. Ansonsten ist das stürmische Kapitel „Xaver“ für Flensburg abgehakt. Der Katastrophenstab zog gestern zufrieden Bilanz. „Wir haben aus unseren Fehlern bei Orkan Christian gelernt“, freut sich Stabssprecher Clemens Teschendorf. Die Hilfs- und Rettungskräfte seien rechtzeitig und massiv einsatzbereit gewesen. „Das war sehr beruhigend. Auch wenn der Sturm nicht so herausfordernd war, wie erwartet.“

In der Tat blieb der Schaden überschaubar. Etliche Gebäude verloren Dachziegel, in der Dr. Todsen-Straße bröckelte gar eine Fassade. Äste brachen, vereinzelt legten sich Bäume quer – aber insgesamt gab es für die seit 13.30 Uhr in ihren Quartieren einberufenen Hilfs- und Rettungskräfte weit weniger zu tun, als die beeindruckenden Daten des großen Sturmwirbels erwarten ließen. Ganze 13 Einsätze sind protokolliert. Während des Sturms hatte die Stadt eine Schließung der teilweise geschädigten Schulsporthallen und der Museumsgebäude verfügt – war gestern nach einer kurzfristigen Inspektion jedoch wieder davon abgerückt. Auch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft , die wegen herabfallender Teile des Hallendachs ihren Arbeitern Donnerstag und Freitag frei gegeben hatte, nimmt heute wieder die Arbeit auf.

Ein weiteres kam schadensmindernd hinzu. Orkan Christian hatte nach Erkenntnis des Führungsstabes bereits am 28. Oktober alles gefällt, was nicht standfest genug gewesen war. „Die meisten Bäume, die in der letzten Sturmnacht Probleme machten, waren schon angezählt“, so Teschendorf. „Hinzu kam – und dafür waren wir wirklich dankbar – dass sich die Bürger die Warnungen ernst genommen haben und zum großen Teil zu Hause geblieben sind.“

Was nicht bedeutet, dass die Sturmnacht die Stadt ohne Blessuren zurückgelassen hätte. Besonders spürbar wurde das früh morgens in den Wohnzimmern der Fernwärmekunden. Die waren nämlich kalt. Grund war der heftige Blitzschlag, der gestern früh um fünf viele Flensburger aus dem Schlaf riss. Nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen führte die Überladung zu einer Störung in der elektrischen Schaltanlage im Kraftwerk, die einen Ausfall von zwei Kesseln zur Folge hatte. Da auch der Fernwärmespeicher betroffen war, der in solchen Fällen als Puffer und zusätzliche Sicherheitsvorsorge dient, sei es zu einer kurzfristigen Wärmeabsenkung im Flensburger Stadtgebiet, in Glücksburg und Teilen von Harrislee und Padborg gekommen.

Während Hamburg und die Inseln auf die dritte und letzte Flutwelle warteten, lief der Flensburger Hafen nach fast 24 Stunden Weststurm leer. Die Wasserschutzpolizei registrierte einen Pegel von 2,50 Meter unter dem gewohnten Niveau. Gesternabend setzte der übliche Rückschwapp-Effekt ein, war anders als sein Verursacher aber mit 1 Meter über Normal kaum wahrnehmbar.

Weiterer Bericht und Fotos Seite 14

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