zur Navigation springen

Twedter Feld in Flensburg : Wuchernde Parks – Bürger packen an

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Forum Mürwik war am Sonnabend in der Twedter Mark aktiv und macht mit der Aktion auf die Verwahrlosung der Flensburger Parks aufmerksam

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 07:59 Uhr

Ihre Affinität zur Natur lebt Ulla Pantel unter anderem im eigenen Garten – und im Landschaftspark „Twedter Mark“ in Mürwik. Dort beobachtete sie im vergangenen Jahr eine zunehmende Rückentwicklung des Parks in einen ungepflegten, eher einer Wildnis ähnelnden Zustand. Mit dieser Beeinträchtigung innerstädtischer Naherholung wollte sie sich aber nicht abfinden und wandte sich an ihre Lokalzeitung: Im August hinterfragte das Tageblatt, ob die Stadt ihre Ostufer-Parks verliere. Bürgermeister Brüggemann lud daraufhin zum Gespräch und empfahl das Forum Mürwik als Plattform zur Entwicklung einer möglichen Abhilfe des beklagten Zustands.

Dort fand Ulla Pantel engagierte Mitbürger, die sie für die Sache gewinnen konnte. Das Forum Mürwik sondierte die Lage im Park mit ihrem auch in diesem Jahr wieder und nur wenig veränderten, ungepflegten Status Quo, holte Informationen vom TBZ ein und stimmte sich mit dem Grünamt ab – und übernahm jetzt die Initiative: Früh am vergangenen Sonnabend trafen sich neun Naturfreunde im Landschaftspark, um bei der Parkpflege selbst Hand anzulegen. Dabei war Ulla Pantel der Japan-Knöterich ein besonderes Anliegen: „Der wuchert hier ungebremst und stellt damit ein Problem für die örtliche Pflanzenwelt dar“, sagte sie und riet dazu, ihn mitsamt Wurzel aus dem Boden zu ziehen. Der Japanische Staudenknöterich (fallopia japonica) ist eigentlich in Fernost zu Hause und kann als so genannter Neophyt dank seiner Robustheit heimische Arten verdrängen.

Eine Gruppe nahm sich eines ganzen Feldes dieses schädlichen Gewächses rund um eine große Kiefer an. Darunter Reiner Ehmsen, der in direkter Nachbarschaft zum Park wohnt und dort seine Laufstrecke hat. Auch er hat das meterhohe Gras und ungepflegte Bereiche beobachtet, und als er über die Initiative las, hat er sich ihr samt Ehefrau angeschlossen: „Für uns war klar, da machen wir mit“, sagte er. Kräftig packte auch Gisela Leonhardt mit an, die die Knöterich-Wurzeln dank des lockeren Bodens leicht herausziehen konnte. „Mich treibt an, dass ich hier aktiv etwas Positives für unsere städtische Gesellschaft tun kann“, betonte das Mitglied des Seniorenbeirats. Und Michael Möbius, seit drei Jahren beim Forum Mürwik dabei, ergänzte: „Wenn die öffentlichen Mittel knapp sind, haben wir überlegt, selbst etwas zu unternehmen.“ Er freue sich, gemeinsam etwas aktiv umzusetzen, statt in Sitzungen zu diskutieren . Nach der Entfernung von Buschwerk um einen alten Apfelbaum, dessen Äpfel im Herbst sehr begehrt sind, nahm das kleine Team ein weiteres Knöterichfeld in Angriff.

Unter ausladenden Kirschbäumen entfernte eine andere Gruppe ebenfalls wucherndes Unterholzgestrüpp, darunter wild wachsende Brombeeren. Auch sie häufte einen hohen Berg von Schnittgut am Wegesrand an, den abzuholen das TBZ zugesichert hat. Ulla Pantel betonte, dass sich ihre Initiative zur Behebung dieses ‚Pflegenotstands‘ der etwas anderen Art nicht gegen das TBZ richte; das habe in den vergangenen Monaten im Park schon kleinere Arbeiten geleistet – aber offenbar nicht genug. Ihre Aktion solle die Aufgaben der Stadt aber auch nicht nachhaltig ergänzen oder gar ersetzen: Sie solle vielmehr konstruktiv demonstrieren, dass viele Mürwiker mit den herrschenden Zuständen in den Grünanlagen nicht einverstanden seien. Als Bürger müsse man sich eben zu Wort melden, damit etwas passiere. „Und je länger die Politik nicht in die Gänge kommt, umso schwieriger wird es, den Park wieder in Ordnung zu bringen, damit er nicht ganz verloren geht“, forderte die Aktivistin für einen gepflegten Landschaftspark ‚Twedter Mark‘.

>
Nächster Treff des Forum Mürwik am 6. Juli um 18.30 Uhr in St. Klara, Marrensdamm 18.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen