Katharinenstraße in Flensburg : Wohnungsbrand fordert ein Todesopfer

Das brennende Haus nachts in der Katharinenstraße. Zuvor hatte es hier drei falsche Alarme gegeben.  Fotos: Iwersen
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Das brennende Haus nachts in der Katharinenstraße. Zuvor hatte es hier drei falsche Alarme gegeben. Fotos: Iwersen

44-Jähriger stirbt an den Folgen schwerer Brandverletzungen. Hinweise und Kontrollen in den Stunden zuvor blieben ohne Ergebnis.

shz.de von
19. Juni 2014, 17:13 Uhr

Ein Wohnungsbrand in der Katharinenstraße forderte gestern ein Todesopfer. Ein 44-jähriger Bewohner des Mehrfamilienhauses erlag in der Diako seinen Brandverletzungen. Im Vorfeld des Feuers hatte es rund um das Unglückshaus seltsame Wahrnehmungen gegeben.

Der Alarm ging um 2.07 Uhr in der Leitstelle ein – dichter Qualm und Flammen, die aus den Fenstern im Dachgeschoss schlugen, ließen Nachbarn schnell den Notruf betätigen. Aber für den Mann hinter den Fenstern war es da schon viel zu spät. Feuerwehrleute, die das brennende Haus evakuierten, fanden ihn ohnmächtig nahe seiner Wohnungstür.

Zwar gelang es noch, den Bewohner zu reanimieren – aber er erlag gestern Mittag in der Diako seinen schweren Brandverletzungen. Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Glamann hatte er Verbrennungen dritten Grades und eine lebensgefährliche Rauchvergiftung erlitten. Die habe ihn mutmaßlich auf der Flucht kurz vor der Tür zu Fall gebracht, so Glamann. Den Brandherd vermuten die Ermittler im Schlafzimmer der Zwei-Zimmer-Wohnung. Eine Untersuchung mit einem Brandsachverständigen des Landeskriminalamts soll heute näheren Aufschluss auf die noch unbekannte Ursache des folgenschweren Feuers liefern.

Durch den Brand wurde die betroffene Wohnung komplett zerstört. Weil das Feuer auch auf den Dachstuhl übergegriffen hatte, öffneten Feuerwehrleute auf der Drehleiter das Dach des Hauses, um die weitere Ausbreitung zu unterbinden. Durch die Stadtwerke musste das Gebäude sicherheitshalber stromlos geschaltet werden, das Haus ist wegen der Brand- und Löschwasserschäden unbewohnbar. Den Schaden bezifferte die Feuerwehr auf rund 100 000 Euro.

Gegenstand der Untersuchung des LKA-Experten werden nach Glamanns Angaben auch mysteriöse Ereignisse kurz vor dem Feuer sein. Bevor es um 2 Uhr nachts richtig ernst wurde, war die Feuerwehr nämlich bereits drei Mal vor Ort gewesen, weil Anwohner im Bereich Sophienstraße und Katharinenstraße Brandgeruch und Rauch wahrgenommen haben wollten. Um 18 Uhr hatte die Berufsfeuerwehr sogar die später ausgebrannte Wohnung über die Drehleiter kontrolliert und in die Fenster geleuchtet. Auch um 22 und um 23 Uhr ging sie entsprechenden Meldungen nach. „Wir haben sehr gründlich kontrolliert. Aber da war absolut nichts“, sagt Einsatzleiter Marco Beyer. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass solch ein Brand über mehrere Stunden unentdeckt bleibt und dann erst in der Nacht in diesem Ausmaß ausbricht.

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