Wohnungen statt Piepmatz-Zucht

Abzweigung ins Wohngebiet Solitüde: Hier liegt der Hansi-Garten, der zwei Wohnhäuser aufnehmen soll.
Abzweigung ins Wohngebiet Solitüde: Hier liegt der Hansi-Garten, der zwei Wohnhäuser aufnehmen soll.

In Mürwik soll an der Fördestraße das frühere Gelände eines Vogelzüchters mit zwei Häusern bebaut werden

shz.de von
11. Dezember 2014, 17:50 Uhr

Nur ältere Mürwiker werden sich daran erinnern: Auf der verwilderten Brachfläche im Winkel aus Fördestraße und Solitüder Straße residierte bis in die 80er-Jahre hinein ein Vogelhändler, der hier eine Ziervogelzucht betrieb. Daher kommt der volkstümliche Name „Hansi-Garten“ für diese kleine, seit jener Zeit unbebaute Fläche. Doch jetzt, da in Flensburg jede noch so kleine Freifläche auf ihre Eignung für Wohnbebauung hin untersucht wird, soll auch hier gebaut werden. Am Dienstag machte der Planungsausschuss den zweiten Schritt hin zum Baurecht, indem er den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss des Bebauungsplans verabschiedete.

Zwei Wohnhäuser mit zusammen 22 Wohnungen sollen hier errichtet werden. Das Haus, das fast direkt im Winkel liegt, wird fünfstöckig, das weiter in Richtung Solitüde liegende nur dreistöckig. Wie diese Häuser aussehen werden, steht noch nicht fest; Ansichten wurden im Ausschuss nicht präsentiert. Der Bauherr, die Gewoba Nord, hatte erste Entwürfe im Gestaltungsbeirat präsentiert; der habe wohl noch einen gewissen Verbesserungsbedarf gesehen und geäußert. Da die Häuser in exponierter Lage gebaut werden, macht die Stadt hier hohe Ansprüche an die Gestaltung geltend.

Die Gewoba plant die beiden Gebäude als sogenannte „Sonnenhäuser“, die für die Aufnahme von Solarkollektoren besonders geeignet sein sollen. Diese Eigenschaften haben offenbar auch Auswirkungen auf das Aussehen der Häuser und stellen hohe Anforderungen an die Architekten. „Ich denke, die kriegen das hin“, zeigte sich Frank Hamann (Die Linke) im Planungsausschuss optimistisch.

Die Grünen äußerten explizit grüne bedenken gegen das Projekt. Pelle Hansen erinnerte an den „großen ökologischen Wert“ des alten Obstgartens. Auch sollen auf dem Grundstück sechs verschiedenen Fledermaus-Arten leben. Der Naturschutzbeauftragte der Stadt habe empfohlen, Bäume stehen zu lassen, so Hansen; die Planung indes sehe vor, alle zu fällen. „Damit sind die alten Obstbäume verloren.“

Dennoch werde man der Planung zustimmen, weil es im Grundsatz richtig sei, freie Fläche innerhalb des bebauten Stadtgebiets zu nutzen. „Die Zeit großräumiger Neubaugebiete auf der grünen Wiese muss beendet werden“, forderte der Vertreter der Grünen.

Jetzt werden die Pläne öffentlich ausgelegt, und jeder kann sie sich anschauen und Bedenken äußern. In einem weiteren Schritt muss die Planung dann als Satzung beschlossen werden.

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