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Wohnmobilisten in Flensburg : Mehr Platz für Camper: Planung für weitere Stellplätze am Citti-Park und am Hafen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bereits bis November sollen 34 neue Stellplätze am Einkaufszentrum im Westen der Stadt entstehen.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 06:15 Uhr

Flensburg | Seit vielen Jahren schon wird in Flensburg über Angebote für Wohnmobilisten diskutiert und beraten – ohne Ergebnis. Jetzt betritt ein neuer Akteur die Szene und kündigt schnelle Verwirklichung an: der Citti-Park. 34 Plätze will er in Zukunft bieten einschließlich der Versorgung mit Wasser und der Abwasserentsorgung.

34 neue Stellplätze

Zur Diskussion um einen Wohnmobil-Stellplatz meint Citti-Centermanager Jörg Barth: „Es wird viel geredet.“ Er nimmt das Projekt in die Hand. Gegenüber des Citti-Parks, auf der anderen Seite der Lilienthalstraße, liegt eine Fläche, die bisher als Mitarbeiter-Parkplatz genutzt wurde.

Auf der Fläche sollen gut 190 Pkw-Parkplätze entstehen – auch weil die Parkplatzkapazität des Einkaufszentrums an ihre Grenze gekommen ist – und die 34 Abstellplätze für Wohnmobile. Sanitäranlagen für den Platz sind nicht vorgesehen. „Das erledigen die Wohnmobilisten in der Regel in ihren Fahrzeugen“, begründet Barth. Bis zum Weihnachtsgeschäft soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Barth peilt den 1. November als Eröffnungstermin an.

Wohnmobile am Hafen

Noch nicht so weit sind die Planungen für einen Platz ganz anderen Zuschnitts. Auf dem Parkplatz Kieler Anlagen am Ostufer des Hafens denkt Inhaber Jan Festersen über die Einrichtung eines touristischen Wohnmobil-Stellplatzes nach. Dass der Ort gut gewählt ist, weiß er aus jahrzehntelanger Erfahrung als Parkplatz-Betreiber: „Seit gefühlt 20 bis 25 Jahren stehen bei uns immer einige Wohnmobile“, so Festersen. Schon sein Vater habe 1991 versucht, auf der Fläche einen Stellplatz einzurichten, doch daraus wurde damals nichts.

„Es fehlt ein innenstadtnaher Platz, auf dem die Gäste sich wohlfühlen“, so Festersen weiter – und spricht wieder aus eigener Erfahrung. Er mache selbst Urlaub mit dem Wohnmobil und kenne von daher die Bedürfnisse. Aus seiner Sicht muss so ein Platz auch eine Stromversorgung sowie sanitäre Angebote haben. Er sei bereits in Gesprächen mit der Stadt. Festersen gehört zu den sieben gewerblichen Anliegern des Hafen-Ostufers, die Ende September in einer öffentlichen Veranstaltung ihre Ideen vorstellen werden (wir berichteten).

Eidechsen statt Camper

Nach wie vor auf Eis liegen hingegen die Pläne für einen Wohnmobil-Stellplatz am Bahnhof. Schon seit Jahren möchte hier Marcus Petermann, Geschäftsführer der Firma Elektro Muttersbach, neben dem alten Güterbahnhof einen Stellplatz mit allen dazu gehörenden Einrichtungen bauen. „Wir sind mit unseren Planungen fertig und könnten sofort mit dem Bau anfangen“, so Petermann. Es hapere an der erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplans. Die stecke, so Petermann, „in den Mühlen der Bürokratie“. Die Flensburger Kommunalpolitik habe zugestimmt, daran liege es nicht, fügte er hinzu.

Konkreter wird SPD-Ratsherr Axel Kohrt, Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses. „Es liegt an den Zauneidechsen“, sagt er. Das Innenministerium habe zur Auflage gemacht, die Population der Zauneidechsen zu erheben und umzusiedeln, bestätigte Asta Simon, Sprecherin der Stadt. Dies sei jedoch sehr aufwendig. Naturschutz-Untersuchungen in Zusammenhang mit der Planung für das Bahnhofsumfeld hatten die Eidechsen-Population ermittelt.

Kohrt hat keine Probleme mit den Planungen des Citti-Parks; er vermutet, dass damit vor allem skandinavische Kunden gebunden werden sollen. „Diese Planungen ersetzen aber nicht den Wohnmobil-Stellplatz, den die Stadt braucht“, so Kohrt. Den sieht er eher auf den Kieler Anlagen. Erneut wendet er sich gegen Vorschläge, an der Harniskaispitze einen Stellplatz zu installieren. „Sollen wir da städtisches Geld für die Infrastruktur ausgeben und dann womöglich in zwei Jahren alles wieder abreißen?“ Denn für eine dauerhafte Nutzung als Stellplatz sei ihm diese exponierte Fläche direkt am Wasser viel zu schade.

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