Neue Idee für Flensburg : Wohnmobile: Bahnhof statt Klärwerk?

Nah am Wasser, aber ohne Service: Der Wohnmobilstellplatz am Industriehafen hat weder Sanitäreinrichtungen noch Stromanschluss, ist im Sommer dennoch oft überfüllt.
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Nah am Wasser, aber ohne Service: Der Wohnmobilstellplatz am Industriehafen hat weder Sanitäreinrichtungen noch Stromanschluss, ist im Sommer dennoch oft überfüllt.

Vielen Urlaubern stinkt's. Der Güterbahnhof-Investor Marcus Petermann möchte einen hochwertigen Wohnmobilstellplatz auf dem früherem Eisenbahn-Gelände einrichten.

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03. Juli 2014, 07:45 Uhr

Seit Jahren bemüht sich die Stadt um einen richtigen Wohnmobil-Stellplatz – bislang vergeblich. Jetzt ist eine Lösung ganz nah: Marcus Petermann, der aus dem alten Güterbahnhof ein Schmuckstück gemacht hat, möchte etwas weiter östlich direkt an den Bahngleisen einen hochwertigen Stellplatz für rund 60 Wohnmobile einrichten. Heute beschäftigt sich die Ratsversammlung mit dem Thema.

Bislang können Urlauber, die mit dem Wohnmobil nach Flensburg kommen, nur am Industriehafen ihr Fahrzeug abstellen. Da haben sie zwar Fördeblick, aber keinen Service und keine Sanitäreinrichtungen. Außerdem führt ein viel genutzter Fuß- und Radweg mitten durch den Platz. „Eine Stadt wie Flensburg braucht einen richtigen Wohnmobil-Stellplatz“, ist Petermann überzeugt. Das etwa 10 000 Quadratmeter große Gelände am Bahnhof gehört ihm bereits, die Herrichtung der Fläche will er selbst vornehmen lassen. Dazu käme ein Gebäude für die sanitären Einrichtungen einschließlich der Entsorgung mobiler Toiletten, vielleicht ein kleiner Kiosk für den notwendigen täglichen Bedarf.

Petermann, der zusammen mit seiner Frau Petra die Firma Elektro Muttersbach im Güterbahnhof leitet, ist gewissermaßen „vom Fach“: Seit einigen Jahren geht er selbst samt Familie auf Wohnmobilurlaub und weiß, was Wohnmobilisten wünschen und was Standard ist. Er orientiert sich an der handverlesenen Liste der deutschen Top-Plätze, 85 an der Zahl, der nördlichste davon in Damp (Top-Platz.de).

Für Petermann ist der Platz am Bahnhof ideal – auch wenn er keinen Fördeblick hat. „Er ist gut zu erreichen, nah an der Innenstadt und trotzdem ruhig.“ Der Platz selbst soll nicht asphaltiert werden, sondern eine wassergebundene Decke erhalten. Sein Traum ist es, schon im Sommer 2015 an den Start zu gehen. „Wenn es eine Tendenz zur Genehmigung gibt, könnten wir im Herbst mit den vorbereitenden Maßnahmen beginnen.“

Zunächst geht es um eine Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich östlich des Bahnhofs. Da die Stadt davon ausgeht, dass der Wohnmobilstellplatz relativ schnell umgesetzt werden kann, wird dieser Bereich aus der Gesamtplanung für das Bahnhofsumfeld herausgelöst und gesondert behandelt. Die direkt angrenzende alte Bahnpost gehört der Stadt und soll nach bisherigem Stand ein Haus für die Kultur werden. Darin sieht Petermann bislang kein Problem.

Der Urlaub mit Wohnmobilen wird immer beliebter; Petermann kennt eine Berechnung der Branche, wonach pro Wohnmobil Ausgaben von 130 bis 150 Euro pro Tag getätigt werden, vor allem in Form von Restaurant-Besuchen, aber auch im normalen Einzelhandel. Deshalb täte die Stadt gut daran, einen Platz mit hohem Standard, wie ihn zum Beispiel Schleswig vor nicht langer Zeit eingerichtet hat, zu ermöglichen.

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