B200 bei Harrislee : Wohnmobil ausgebrannt – vermutlich ein „Lovemobil“

Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem ausgebrannten Wohnmobil um ein sogenanntes „Lovemobil“ handelte
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Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem ausgebrannten Wohnmobil um ein sogenanntes „Lovemobil“ handelte.

Meterhohe Flammen – und Schläuche quer über die B200: Das Feuer in einem Wohnmobil an der dänischen Grenze kann nur schwer gelöscht werden.

shz.de von
13. Mai 2015, 07:05 Uhr

Harrislee | Ein brennendes Wohnmobil unweit der deutsch-dänischen Grenze hat am Dienstagabend einen größeren Feuerwehreinsatz an der Bundesstraße 200 ausgelöst. Trotz eines schnellen Einsatzes konnte das Fahrzeug nicht gerettet werden. Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem ausgebrannten Wohnmobil um ein sogenanntes „Lovemobil“ handelte, in dem die Prostituierte ihre Freier empfangen konnte. Da sich bei Brandausbruch offenbar niemand in dem Fahrzeug aufgehalten hatte, wurde niemand verletzt.

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Der Brand wurde von Autofahrern gegen 22 Uhr bei der Rettungsleitstelle in Harrislee gemeldet. Diese alarmierte umgehend die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Harrislee sowie einen Rettungswagen. „Als wir eintrafen, brannte das Wohnmobil bereits lichterloh“, erinnert sich Gemeindewehrführer Helge Hedfeld, der den Einsatz leitete.

Die Einsatzkräfte nahmen dann sofort den Löschangriff mit Schaum und Wasser auf und konnten die Flammen so binnen kurzer Zeit ersticken. „Zusätzliche Gefahr lieferten jedoch zwei Gasflaschen in dem Fahrzeug – diese mussten wir aus dem Gefahrenbereich bergen und kühlen“, erklärt Einsatzleiter Hedfeld weiter.

Die Herstellung der Löschwasserversorgung brachte auch Verkehrsbehinderungen auf der B200 mit sich: Da sich der nächstgelegene Hydrant auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet, musste die Feuerwehr eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung quer über die vierspurige Bundesstraße legen. Autofahrer mussten mit ihren Fahrzeugen abbremsen und langsam über installierte Schlauchbrücken die Löschwasserleitung überqueren.

Umfangreich gestalteten sich auch die Nachlöscharbeiten an dem durch das Feuer komplett zerstörten Fahrzeug. An mehreren Stellen des mit polnischen Kennzeichen versehenen Wohnmobils hatten sich Glutnester gebildet. Aufgrund der starken Rauchentwicklung konnten die Einsatzkräfte dabei nur unter schwerem Atemschutz vorgehen.

Eine Frau aus Polen, die sich Isabella nennt, bestätigt gegenüber shz.de, dass sie seit etwa drei Wochen in dem Wohnmobil als Prostituierte arbeitet. „Gestern war ich bis etwa 21 Uhr dort“, sagt sie in gebrochenem Deutsch. „Danach bin ich zu einer Kollegin gegangen.“ Einen Freier habe sie am Dienstag nicht empfangen. Sie berichtet aber, am Telefon von einer Russin ausgefragt worden zu sein, wo genau ihr Mobil stehe.

Für die Feuerwehr war es nicht der erste Einsatz dieser Art an dem Parkplatz nahe dem Grenzübergang zu Krusau: Bereits in der Nacht zum 27. Februar 2014 war nur wenige Meter entfernt ebenfalls ein in Polen zugelassenes Wohnmobil in Flammen aufgegangen und komplett ausgebrannt.

Im vergangenen Jahr machte bei Hamburg eine Brandserie bei „Lovemobilen“ Schlagzeilen. Vier Wohnmobile brannten innerhalb von nur drei Tagen nieder. Auch in Niedersachsen stehen an vielen Bundesstraßen Wohnmobile mit einem roten Herz in der Kabine oder mit schummeriger Beleuchtung.

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