Standpunkt : Wohlstandsleiden

christoph käfer

shz.de von
03. Juni 2014, 08:44 Uhr

Acht Minuten. Das entspricht in etwa der Länge einer Werbepause im privaten Fernsehen. Und der Länge, die Eltern in Deutschland durchschnittlich am Tag mit ihren Kindern im Dialog sprechen – also mehr als „Komm mal bitte her“ oder „Räum dein Zimmer auf!“ Acht Minuten. Es ist eine beängstigende Zahl, die jeden von uns zusammenschrecken lassen sollte. Denn sie sagt viel aus über die Probleme unserer hochtechnologisierten Gesellschaft. Deren Folgen sind nicht nur Übergewicht und Wohlstandskrankheiten, sondern auch exzessiver Konsum von Unterhaltungsmedien und damit einhergehend ein Mangel von Kommunikation. Als wäre das an sich nicht allein schon schlimm genug, ist es ein wesentlicher Faktor für die Sprachprobleme der Kinder – dient aber nicht als alleinige Erklärung. Umso wichtiger ist das funktionierende Zusammenspiel von Elternhäusern, Kitas und Politik. In Zeiten des demographischen Wandels kann sich Flensburg nicht erlauben, das Bildungspotenzial seines Nachwuchses zu verschenken.

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