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Strom sparen in Flensburg : Wohl dem, der einen Klima-Fuchs hat

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bequa expandiert mit dem erfolgreichen Stromspar-Check und neuem Schirmherrn ins Umland

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2017 | 17:35 Uhr

Ein Flensburger Klimaschutz-Projekt wird in die Region exportiert: Seit knapp drei Jahren schickt die Bequa Stromsparhelfer in interessierte Haushalte mit geringem Einkommen. Im Rahmen des Bundesprojekts Stromspar-Check bringen die Berater gleich LED-Leuchten, Steckerleisten, sparsame Duschköpfe oder sogar Durchflussbegrenzer für Durchlauferhitzer mit. Nach einem Jahr wird die Verbesserung protokolliert.

In Flensburg haben Bequa und Jobcenter bereits rund 1200 Haushalte beraten und 52 Kühlgeräte getauscht. Das Ergebnis: Jeder Haushalt spart im Jahr durchschnittlich für 94 Euro Strom, für 24 Euro Wasser und drei Euro für Warmwasserbereitung. Projektkoordinatorin Barbara Kalker hat so eine durchschnittliche CO2- Ersparnis von 209 Kilo errechnet – plus 215 Kilo pro getauschtem Kühlgerät. Insgesamt haben in Flensburg die fleißigen Stromkunden fast 800  000 Euro gespart. Und: Da von der öffentlichen Hand mitfinanzierte Wasser- und Wärmekosten ebenfalls sinken, spart auch die Stadt Flensburg gut 82  000 Euro – und der Bund 74  000 Euro.

Das Projekt hat nun auch den Kreis Schleswig-Flensburg überzeugt, der sechs Langzeitarbeitslose zu Stromsparhelfern machte – und Polarforscher Arved Fuchs als Galionsfigur mit ins Boot holte: „Was ich überzeugend finde: Der Klimaschutz setzt hier an der Basis an und wird von der Bevölkerung mitgetragen“, sagt Fuchs. Zudem begeistert ihn, dass das Projekt mit Klimaschutz und Sozialarbeit zweierlei leiste. Nach Beobachtungen der Stadtwerke haben Bürger, die Transferleistungen beziehen, häufig einen höheren Energieverbrauch als der Durchschnitt – unter anderem, weil sie nicht jeden Morgen zur Arbeit gehen und einfach häufiger zu Hause seien, sagt Heinz-Gerhard Gülck von den Stadtwerken.

Unter der Hotline 0461 – 1503335 können nun auch Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld den kostenlosen Stromspar-Check buchen. „Wir haben mit voller Überzeugung einen zweiten Standort an der Husumer Straße gegründet“, sagt Bequa-Chef Christoph Fels. 200 Kilowattstunden Einsparung seien schon beim Kühlschrank drin.

Das Projekt zielt zunächst vor allem auf jene 34 Kommunen zwischen Schafflund und Langballig, zwischen Harrislee und Eggebek, die sich im „Masterplan Klimaschutz“ bereits zusammengeschlossen haben: „Der Stromspar-Check ist jetzt ein Projekt davon“, sagt Gudrun Carstensen, Bürgermeisterin in Großenwiehe.

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