"Woher kommt unser Trinkwasser?"

Einen spannenden Rundgang durch das Wasserwerk erlebte die Klasse. <strong>(sh:z)</strong>
Einen spannenden Rundgang durch das Wasserwerk erlebte die Klasse. (sh:z)

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10. Juli 2009, 04:59 Uhr

Oeversee | Die Frage, woher eigentlich das Trinkwasser kommt, tauchte im Heimat- und Sachkunde-Unterricht der Klasse 4 der Grundschule Oeversee auf. Ein Besuch im Wasserwerk des Wasserverbands Nord (WVN) im Ortsteil Frörup sollte uns aufklären. Der Schulbus brachte uns hin.

Herr Carstensen und Herr Klerck, Mitarbeiter des Wasserwerks, begrüßten uns im neuen Inforaum. Dort sahen wir ein Schaubild des Wasserwerkes. Gleich erfuhren wir, dass das Wasser des WVN besonders kostbar und rein ist, weil es 317 Meter tief durch Sand- und Kiesschichten sickert, bevor es durch einen Brunnenschacht heraufgepumpt wird. Auf einem Foto sahen wir den tiefen Brunnen, in dem ganz unten das Wasser glitzerte. Durch eine Steigleitung wird das Wasser nach oben gepumpt.

Bevor wir zum Rundgang starteten, bekam jeder von uns ein Glas geschenkt. Mit dem Glas in der Hand gingen wir zur Steigleitung. An einem Hahn konnten wir die Gläser füllen und das unbehandelte Wasser probieren. Nicht allen von uns schmeckte es, weil die Stoffe Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff darin noch enthalten waren.

Diese Stoffe müssen entfernt werden, weil sie unsere Wäsche braun färben und die Rohre verschmutzen würden. Jeder von uns durfte einen Blick in die Belüftungskammer werfen, wo das Rohwasser wie in einem Springbrunnen in die Luft gesprüht wird, damit der Schwefelwasserstoff entweichen kann. Es roch ein wenig nach faulen Eiern.

Anschließend betraten wir einen großen, kühlen Raum, in dem in zwölf großen mit Kies befüllten Filterbecken Eisen und Mangan ausgefiltert werden. Damit das Wasser nicht verschmutzt wird, ermahnte uns Herr Carstensen immer wieder, uns nicht über die Becken zu beugen.

In einem der Becken führte uns Herr Carstensen die Filterrückspülung vor. Das wird immer dann gemacht, wenn im Kies zu viel Eisen und Mangan enthalten sind. Von unten wird dabei Sauerstoff durch den Kies geblasen. Das Wasser im Becken fängt dann an zu brodeln, schwappt über den Rand des Beckens und durch eine Rinne fließt das braune Wasser ab. Nach einer Weile war das Wasser in dem Kiesbecken wieder klar und sauber.

Das fertig aufbereitete Trinkwasser wird in zwei Reinwasserbehältern gespeichert, die jeweils 6000 Kubikmeter fassen. Sie sind fest verschlossen, damit niemand das kostbare Nass verschmutzen kann, aber durch ein Fenster konnten wir einen Blick in die erleuchteten Speicher werfen.

Die ganze Zeit hatte uns Wasserrauschen begleitet, nun schaltete Herr Carstensen die Pumpen, die das Trinkwasser mit immer gleichem Druck durch Rohre in die Haushalte pumpen, ein. Das war sehr laut.

Der WVN pumpt das Wasser bis auf die Halligen in der Nordsee. Dazu wurden Rohre im Watt verlegt. Die am weitesten entfernte Kundin ist Frau Matthiesen von der Hallig Süderoog.

Wenn wir jetzt den Wasserhahn aufdrehen, wissen wir, welchen Aufwand es kostet, Trinkwasser bereit zu stellen.

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