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Hafen in Flensburg-Mürwik : Woche der Wahrheit für Fahrensodde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Flensburger Projekt Fahrensodde könnte es zu einer Einigung kommen. Bislang gibt es noch Differenzen zwischen Stadt und Investor. Solange verfällt das Filetstück an der Förde immer weiter.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Flensburg | Für das Projekt Fahrensodde 20 dürfte dies die Woche der Entscheidung sein. Seit drei Jahren versuchen Stadt und Pächter, sich auf die Rahmenbedingungen eines langfristigen Pachtvertrags zu einigen, der die Entwicklung des Geländes zu einem kleinen maritimen Dienstleistungszentrum mit einem großen Nutzen für die Öffentlichkeit erlaubt. Bislang ohne Erfolg. Die Ratsfraktion der WiF will jetzt Bewegung in diese Hängepartie bringen. In einem Antrag für den Finanzausschuss am Donnerstag sucht sie Verbündete für eine radikale Lösung.

Und die wird nicht ganz billig. Der von der FDP und der Linken unterstützte Antrag sieht nicht weniger als die Teilung der finanziellen Lasten bei Sanierung und Aufbau des Geländes vor. Bis heute scheiterten alle Kalkulationen potenzieller Fahrensodde-Investoren um Dantronik-Inhaber Mathias Hartmann an einer städtischen Verhandlungsposition, die in Granit gemeißelt schien: Der Investor übernimmt das gesamte Grundstück und alle Kosten. Also beispielsweise Bau und subventionierte Unterbringung für die DLRG und die Universität. Oder die Übernahme der Abrisskosten verschimmelter Baracken beziehungsweise asbestverseuchter Hallen, die gutachterlich aber noch mit soliden Restwerten unterlegt sind, die es ebenfalls zu zahlen gilt. Und die Rückgabe der sanierten beziehungsweise neuen Bauten nach Ablauf der Pacht ohne Restwert-Erstattung. Ferner Grundstückspflege, Anlage einer Strandpromenade und anderer Einrichtungen für die Öffentlichkeit. Dies alles, das hatte Mathias Hartmann wiederholt kritisiert, könne zu vernünftigen Gewerbemieten auch in einem langfristigen Pachtvertrag nicht erwirtschaftet werden.

Jetzt kommen die drei Ratsfraktionen mit einem neuen Vorstoß, um den Knoten zu zerschlagen. Der Vorschlag sieht vor, Fläche und Aufgaben zu teilen. Hartmann und Mitstreiter pachten und sanieren die Gebäude für 30 Jahre (zum halbierten Bodenrichtwert von 50 Euro per Quadratmeter), die Stadt kümmert sich um das Gelände – und um die öffentlich relevanten Extras, die man ursprünglich auf den Investor abwälzen wollte. Also Bau einer Unterkunft für die DLRG, Abriss der vom Vormieter nicht beseitigten provisorischen Baracke (Schimmelpalast) und einige mehr Lasten, die sich schnell auf 500.000 Euro und mehr summieren könnten. Das alles übrigens zu knackigen Rückfallbedingungen. Ein zweite Highship-Pleite soll vermieden werden.

Der Vorschlag wird heiß diskutiert werden – nicht öffentlich. Ewig haben die Parteien nicht mehr Zeit. Der Pachtvertrag läuft zum 31. August ab.

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