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11. Internationaler Frauentag Flensburg : Wo Tanzen und Singen erwünscht sind

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das internationale Frauenfest hat in diesem Jahr einen persischen Schwerpunkt. Saal im Flensborghus ausverkauft.

„Seit 30 Jahren dürfen wir im Iran nicht mehr singen und tanzen“, sagt Jale Farahami ins Mikrofon. Die Ärztin hat auf der Bühne des Flensborghus gerade persische Tänze vorgeführt. 172 Frauen haben ihr und ihren drei Mittänzerinnen anerkennend zugesehen. Alle feiern sie das elfte internationale Frauenfest in Flensburg. Routiniert organisiert von Anna Dimitriou. Das Mitglied der Griechischen Gemeinde wählte für dieses Jahr den Schwerpunkt Persisch und buchte die iranische Ärztin mit ihrer Tanzgruppe, die damit Premiere hatte.

Mit weichen Schritten, fließenden Handdrehungen und kessem Hüftschwung holten die vier das Publikum von den Sitzen. Perserinnen, Griechinnen, Armenierinnen, Frauen spanischer, britischer, walisischer, türkischer, dänischer, deutscher und anderer Herkunft werden gleich zu persischer Musik tanzen. Das letzte Quäntchen Scheu im Raum wird dann verflogen sein.

Dazu hat zuvor schon Asam Viedts beigetragen, die aus dem Iran stammt und ohne Begleitung in ihrer Muttersprache sang: „Salam“ (hallo) begrüßte die Flensburgerin mit ihrem ersten Lied, um anschließend von der Liebe zu ihrem Heimatland zu singen.

Fatemeh Naami erinnerten diese Beiträge einen kurzen Moment an ihre Heimat, den Iran. Die junge Frau lebt seit knapp sechs Monaten in Angeln. Mit den Flüchtlingslotsen Christa Iwersen und Dörte Fürstenberg vom Amt Langballig, drei Armenierinnen und einer Afghanin ist sie zu dem Fest gekommen.

Nicht weit von ihnen entfernt sitzen die Frauen der Bauchtanzgruppe Basbusa. „ Die letzten vier Male haben wir getanzt. Heute können wir das Fest völlig entspannt genießen“, sind Susanne Mächold, Karin Hansen und Britta Bernsmann guter Stimmung. „Heute Abend können wir so sein, wie wir sind“, sagen sie und spüren ein Gefühl der Gleichwertigkeit aller Frauen.

Der Bühne näher sitzen die Deutsche Aynur Toker und die türkischstämmige Yasemin Öz an einem Tisch. Ihnen gegenüber haben Ingrid Lekkat und Lieselotte Müller Platz genommen. Die Frauen aus Harrislee erleben, wie Toker und Öz, das Fest zum ersten Mal mit. „Wir lassen uns einfach überraschen“, sagen sie. Aynur Toker hat nur einen Wunsch: „Ich möchte eine Menge Spaß haben.“

Der anfangs bunten Begrüßung in 20 Sprachen schließt sich später die stellvertretende Stadtpräsidentin Inge Krämer an. Krämer richtet auf Hochdeutsch aus, dass Renate Delfs, die erste weibliche Ehrenbürgerin der Stadt, darum gebeten habe, es möge nicht wieder 100 Jahre dauern, bis eine Frau Ehrenbürgerin Flensburgs werden wird.

Dimitriou atmet auf. Das Fest läuft, das persische Brot ist auf den Tischen verteilt. Und die Kosten von gut 2000 Euro sind gedeckt. Die Flensburger Griechin kann mitfeiern.

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